In Bonn wurden 29 Polizisten von Salafisten verletzt, zwei davon schwer. Die Mordkommission ermittelt. Vorausgegangen war eine Kundgebung von Pro NRW.


Bei gewaltsamen Ausschreitungen während einer Demonstration der Organisation «Pro NRW» in Bonn sind am Samstag zwei Polizisten schwer verletzt worden. Gegendemonstranten aus dem salafistischen Umfeld hätten Polizisten angegriffen und mit Steinen beworfen, meldete die Polizei am Samstagabend. Die Polizei nahm mehr als einhundert Verdächtige fest und richtete eine Mordkommission ein.
Eine Beamtin und ein Beamter seien durch Messerstiche schwer verletzt worden und würden stationär in einem Krankenhaus behandelt, teilte die Polizei mit. Die Tatverdächtigen seien vor Ort festgenommen worden. Insgesamt wurden demnach 29 Polizisten verletzt.
Laut Polizei demonstrierte «Pro NRW» ab kurz nach 15.00 Uhr mit etwa 30 Teilnehmern vor der König-Fahd-Akademie in Bonn. Demnach riefen die Veranstalter der Gegendemonstration, der Rat der Muslime, ihre Teilnehmer mehrfach zu Besonnenheit auf. Gegen 15.30 Uhr sei die zunächst friedliche Gegendemonstration jedoch in Gewalt umgeschlagen.
Im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf versammeln sich «Pro NRW»-Unterstützer bereits seit Tagen vor Moscheen zu Demonstrationen. In Solingen war es dabei am 1. Mai zu Gewalttätigkeiten gekommen: Als «Pro NRW»-Aktivisten Plakate mit Mohammed-Karikaturen zeigten, versuchten radikalislamische Salafisten Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Dabei schlugen Salafisten nach Polizeiangaben mit Stöcken auf Beamte ein und bewarfen sie mit Steinen. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hatte am Freitag mitgeteilt, Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen «Pro NRW» erstattet zu haben. afp/AZ
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