Bei gewaltsamen Ausschreitungen während einer Demonstration der rechtsextremen Organisation «Pro NRW» in Bonn sind am Samstag zwei Polizisten schwer verletzt worden.


Während einer Demonstration der rechtsextremen Organisation «Pro NRW» haben Gegendemonstranten aus dem Umfeld der Salafisten zwei Polizisten schwer verletzt. Gegendemonstranten aus dem salafistischen Umfeld hätten Polizisten angegriffen und mit Steinen beworfen, teilte die Polizei am Samstagabend mit.
Eine Beamtin und ein Beamter seien durch Messerstiche schwer verletzt worden und würden stationär in einem Krankenhaus behandelt. Die Tatverdächtigen seien vor Ort festgenommen worden. Zehn weitere Polizisten seien leicht verletzt worden.
Laut Polizei demonstrierte «Pro NRW» ab kurz nach 15.00 Uhr mit etwa 30 Teilnehmern vor der König-Fahd-Akademie in Bonn. Demnach riefen die Veranstalter der Gegendemonstration, der Rat der Muslime, ihre Teilnehmer mehrfach zu Besonnenheit und Friedlichkeit auf. Gegen 15.30 Uhr sei die zunächst friedliche Gegendemonstration jedoch in Gewalt umgeschlagen. Insgesamt habe die Bonner Polizei 48 Menschen festgenommen. Nähere Angaben will die Polizei am Sonntag bei einer Pressekonferenz machen.
Die Ausschreitungen waren nicht die ersten ihrer Art. Im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf versammeln sich «Pro NRW»-Unterstützer bereits seit Tagen vor Moscheen zu Demonstrationen. In Solingen war es dabei am 1. Mai zu Gewalttätigkeiten gekommen: Als «Pro NRW»-Aktivisten Plakate mit Mohammed-Karikaturen zeigten, versuchten radikalislamische Salafisten Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Dabei schlugen Salafisten nach Polizeiangaben mit Stöcken auf Beamte ein und bewarfen sie mit Steinen. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hatte am Freitag mitgeteilt, Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen «Pro NRW» erstattet zu haben. AFP
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