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30. August 2010 12:10 Uhr

Parteiausschluss geplant

Sarrazin stellt umstrittenes Buch vor - und soll die SPD verlassen

Thilo Sarrazin hat am Montagvormittag sein umstrittenes Buch "Deutschland schafft sich ab" vorgestellt. Unterdessen will die SPD den Zuwanderungs-Kritiker aus der Partei ausschließen.

Thilo Sarrazin hat am Montagvormittag sein umstrittenes Buch "Deutschland schafft sich ab" vorgestellt. Unterdessen will die SPD den Zuwanderungs-Kritiker aus der Partei ausschließen.

Der Bundesbank-Vorstand und frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin sorgt seit Tagen mit seinen umstrittenen Thesen zu Einwanderung, Islam und Integration für Empörung. Vorwürfe der Ausländerfeindlichkeit wies der Bundesbank-Vorstand dabei zurück. "Ich hätte vielleicht noch stärkere Trennlinien zwischen unterschiedlichen Argumentationssträngen ziehen sollen", meinte er Seine These, Integrationsprobleme lägen an Kultur und Religion, stufte Sarrazin nun als "Vermutung" ein.

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Am Montagvormittag stellte Sarrazin sein Buch "Deutschland schafft sich ab" jetzt offiziell vor. Begleitet wurde die Präsentation in Berlin von einem Pfeifkonzert. Rund 200 Menschen protestierten vor der Tür gegen Sarrazin und seine umstrittenen Thesen. Er selbst erklärte, er habe als Bundesbank-Vorstand das Recht, sich frei zu äußern. Er werde auch in einem Jahr noch im Amt sein.

Die SPD-Spitze will Thilo Sarrazin derweil aus der Partei ausschließen. «Wir werden ein Parteiausschlussverfahren in Gang setzen», sagte der schleswig-holsteinische SPD-Chef Ralf Stegner der "tageszeitung". Dies sei Beschlusslage des Parteipräsidiums. "Es wäre besser, wenn er selber austreten würde, aber ich befürchte, dies wird er nicht tun», sagte Stegner. Deshalb sei das Ausschlussverfahren unvermeidlich. "Für seine Thesen ist in der SPD kein Platz", so Stegner.

SPD-Chef Sigmar Gabriel will sich nach den Gremiensitzungen am Nachmittag äußern. Auch er hatte Sarrazin vergangene Woche schon zu einem Partei-Austritt geraten. (AZ)

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