Mittwoch, 18. Oktober 2017

23. September 2011 07:41 Uhr

Eklat bei UN-Vollversammlung

Schon wieder: Ahmadinedschad leugnet Holocaust und kritisiert den Westen

Der iranische Staatschef Mahmud Ahmadinedschad hat am Donnerstag auf einer UN-Versammlung mit seiner Rede für einen Eklat gesorgt.

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Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad spricht während der UN-Vollversammlung in New York. dpa

Die Rede von Ahmadinedschad wurde mit Spannung erwartet. Weniger, weil man erhellende Antworten vom iranischen Präsidenten erwartete, mehr wegen der Reaktion der anderen. Und richtig: Ahmadinedschad hat wieder für einen Eklat bei den UN gesorgt.

Delegationen Dutzender Staaten, auch Deutschlands, verließen demonstrativ den Saal, als Ahmadinedschad den Holocaust als Ausrede für Zahlungen an Israel bezeichnete und vom "Massenmord" an Palästinensern sprach.

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Ahmadinedschad kritisiert USA

"Wirkliche Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Glück sind das Recht aller Nationen. Das kann nicht von der Arroganz und den Gewehrläufen der Nato unterdrückt werden", sagte er. Die Medien seien unter einer "imperialistischen Knechtschaft und schweigen jeden tot, der den Holocaust und die Ereignisse des 11. Septembers 2001 infragestellt." Vor einem Jahr hatte Ahmadinedschad für einen ähnlichen Eklat gesorgt, als er behauptete, die Amerikaner hätten die Anschläge, bei denen fast 3000 Menschen starben, selbst inszeniert. In diesem Jahr wiederholte er diese Anschuldigungen.

"Einige europäische Länder nutzen jetzt noch, nach sechs Jahrzehnten, den Holocaust als Ausrede, die Zionisten in Israel mit Geld zu versorgen", sagte der Iraner. Ansonsten stellte er minutenlang Fragen, die die Geschichte aus seiner Sicht umfassten: "Wer hat den Ersten und Zweiten Weltkrieg ausgelöst, die Kriege in Korea und Vietnam und den Massenmord an den Palästinensern? ... Welches Land gibt 1000 Milliarden Dollar für Rüstung aus, dominiert die Weltwirtschaft und ist für deren Krise verantwortlich. ... Wer wirft Bomben, versorgt aber nicht die Hungernden in Somalia?" Er empfahl zugleich eine neue Weltordnung. Erlösung von Tyrannei und Diskriminierung könne nur Allah bringen.

Iraner protestieren gegen Ahmadinedschad

Während der Präsident der Vollversammlung, Nassir Abdulasis Al-Nasser aus Katar, Ahmadinedschad nach der Rede herzlich umarmte, demonstrierten vor dem Gebäude Dutzende Exil-Iraner. Empörung kam auch von Menschenrechtsverbänden. "Während Ahmadinedschad die Welt belehrt, werden abweichende Meinungen in seinem Heimatland brutal unterdrückt", erklärte Human Rights Watch. "Nicht erwähnt hat er, dass nur einen Tag zuvor in seinem Land ein 17-Jähriger öffentlich gehenkt wurde."

Vom Simon-Wiesenthal-Center hieß es, dass die "schockierende Rede" dem letzten die Augen geöffnet haben müsse. "Das unterstreicht, wie viel mehr gefährlich eine Welt mit einem atomar bewaffneten Iran wäre." Die Gruppe UN Watch zitierte Ahmad Batebi, der über Jahre in einem iranischen Gefängnis gefoltert worden sei. "Mir wird übel und ich bin empört, wenn ich Ahmadinedschads Worte höre." dpa/AZ

 

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