Familienministerin Schröder stößt mit ihrem Buch über Rollenbilder auf Kritik. Vor allem die Rolle der Mitverfasserin Caroline Waldeck sorgt für Diskussionen in der Opposition.


Die Opposition will Klarheit zum Buch von Kristina Schröder: Welche Rolle spielte die Co-Autorin? Nach der Vorstellung des umstrittenen Emanzipationsbuchs von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) wollen SPD und Grüne mehr wissen über dessen Zustandekommen. Es gilt zu klären, ob Privat- und Dienstangelegenheiten vermischt worden seien.
"Frau Schröder muss aufklären, wie dieses Buch entstanden ist", sagte Künast der Passauer Neuen Presse vom Donnerstag. Mitverfasserin Caroline Waldeck arbeitet demnach als Referatsleiterin im Familienministerium. Es gehöre aber nicht zu den Aufgaben von Ministeriumsmitarbeitern, ein privates Buch für die Ministerin zu schreiben.
Schröder hatte ihr Buch mit dem Titel "Danke, emanzipiert sind wir selber!" am Dienstag vorgestellt. Künast sagte, die Ministerin müsse erklären, ob Geld geflossen sei, ob das Buch während der Arbeitszeit geschrieben wurde und ob Waldeck eine Nebentätigkeitserlaubnis gehabt habe. "Wenn das Buch im Urlaub geschrieben wurde, muss offen gelegt werden, von wann bis wann Urlaub dafür genommen wurde", forderte die Grünen-Politikerin.
Das Bundesfamilienministerium forderte Künast in einem in Berlin veröffentlichten Brief auf, ihre Vorwürfe zurückzunehmen. Waldeck habe "ausschließlich in ihrer dienstfreien Zeit geschrieben (Abende, Wochenenden, Urlaubstage und Zeitausgleichstage)", hieß es in dem von Ministeriumssprecher Christoph Steegmans versandten Schreiben. Das Projekt sei dem Ministerium "selbstverständlich" als Nebentätigkeit angezeigt worden. Ministerium und Autorinnen hätten "stets sorgfältig darauf geachtet, dass das Trennungsgebot zwischen der Arbeit am Buch und der Arbeit im Ministerium konsequent gewahrt blieb".
Seit Tagen hagelt es Verrisse zu ihrer 240-Seiten-Abrechnung mit Rollenbildern, die sie gemeinsam mit ihrer Vertrauten Caroline Waldeck verfasst hat. Als Quotenfrau 2002 zog Kristina Schröder in den Bundestag und diesen Makel möchte die Familienministerin keiner Frau zumuten. Die glaubt daran, dass sich Unternehmen selbst eine "Flexi-Quote" geben. Eine starre Quote will sie nicht. Grünen-Politikerin Claudia Roth legt der „Anti-Frauen-Ministerin“ Schröder deswegen den Rücktritt nahe.
Sie sei mit dem Etikett „ledig und kinderlos“ als Familienministerin gestartet und später als Rabenmutter beschimpft worden, weil sie wenige Wochen nach der Geburt ihrer Tochter wieder im Beruf stand. Sie fühle sich von den Medien an den Pranger gestellt. Eigentlich will Kristina Schröder doch nur, dass jede Frau so lebt, wie sie will. Einen Entwurf, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, hat sie nicht. Stattdessen hält sie sich bedeckt bei Fragen zum Betreuungsgeld und verschob die wiederholt angekündigte Gesetzesvorlage bis zur Sommerpause. AZ/afp/dpa
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