Die niedrige Wahlbeteiligung bei der Europawahl treibt kuriose Blüten. So entsendet die schwedische Piratenpartei nun Abgeordnete ins Parlament. Die Freibeuter holten aus dem Stand 7,1 Prozent.



Stockholm (AZ). Nach ihrem Sensationserfolg bei den Europawahlen will die schwedische Piratenpartei auch in den nächsten Stockholmer Reichstag einziehen.
Ein Sprecher erklärte am Montag im Rundfunk, man betrachte die EU-Wahl «vor allem als Generalprobe für die nächsten Wahlen in Schweden». Die Partei, die für ein minimal reglementiertes Internet mit dem Recht auf kostenlose Downloads und gegen die staatliche Überwachung von Telekommunikation eintritt, hatte bei den EU-Wahlen aus dem Stand 7,1 Prozent geholt. Sie entsendet einen oder möglicherweise zwei Abgeordnete nach Straßburg.
Bei schwedischen Wählern unter 30 Jahren hatte die Piratenpartei mit 18 Prozent den höchsten Anteil aller Parteien. 75 Prozent ihrer Wähler sind Männer, hieß es am Montag in Stockholm. Massiv an Popularität gewinnen konnte die 2006 gegründete Partei im April nach der Verurteilung von vier Verantwortlichen der Internet-Tauschbörse The Pirate Bay wegen Verletzung des Urheberrechts. Pirate Bay ermöglicht das Herunterladen von Filmen, Musik und Computersoftware.
Man wisse noch nicht, welcher Gruppe im Europaparlament man sich anschließen wolle, sagte ein Parteisprecher. Im Wahlkampf hatte die Partei erklärt, sie wolle ausschließlich zu den sie direkt interessierenden Fragen wie Urheberrecht im Internet und Datenschutz Stellung beziehen
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