Samstag, 29. November 2014

03. Februar 2013 13:39 Uhr

Regierung

Serbische Regierung wankt wegen Mafiakontakten

Nach der klaren Absage des serbischen Regierungschefs Ivica Dacic an Neuwahlen hat sich die Krise in der Koalition nicht beruhigt.

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Serbiens Regierungschef Ivica Dacic hat Kontakte mit der Mafia bestätigt. Er will aber nicht gewusst haben, dass sein Gesprächspartner ein besonders schwerer Junge war. Foto: Szilard Kosztsak dpa

Die Regierung sei wegen angeblicher Mafiakontakte führender Politiker und Beamter in ihren Grundfesten erschüttert, berichteten die Zeitungen übereinstimmend in Belgrad. Es werde möglicherweise vorzeitige Parlamentswahlen im April oder im September geben.

Dacic hatte am Vorabend frühere Kontakte zum Drogenclan des serbisch-montenegrinischen Mafiaboss Darko Saric bestätigt. Er habe damals als Innenminister aber nicht gewusst, dass dieser Kontaktmann ein hochrangiges Mitglied der Organisierten Kriminalität war. Dacic erhob schwere Vorwürfe gegen die Polizei, die ihn als Dienstherren nicht informiert habe. Er solle erpresst und in Misskredit gebracht werden. Wer hinter diesen angeblichen Attacken stehe, sagte Dacic nicht.

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In der letzten Woche war bekanntgeworden, dass die Polizei umfangreiche Video- und Audiobeweise besitzt, dass wenigstens ein früherer Minister, die zwei ehemals höchsten Polizeibeamten und Dacic Mafiakontakte gepflegt hätten. Diese Kontakte hätten zwischen 2008 und 2010 stattgefunden. Der untergetauchte 43-Jährige Saric war der Öffentlichkeit 2009 aufgefallen, als der Schmuggel von 2,7 Tonnen Kokain aus Südamerika nach Europa aufflog. Die Saric-Bande soll nach amtlichen Angaben im Jahr eine Milliarde Euro eingenommen haben.

Eine Entscheidung über die Zukunft der Regierung könnte schon am Montag fallen. Dann will die Fortschrittspartei (SNS) als Seniorpartner in der Regierung über die Lage beraten. Die SNS hatte in den letzten Monaten wegen ihres Kampfes gegen die allgegenwärtige Korruption in der Bevölkerung einen Sympathieschub erhalten. Sie könnte diese Zustimmung in einen Wahlsieg ummünzen wollen. (dpa)

Bericht in der Zeitung «Novosti»

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