Samstag, 25. Oktober 2014

09. Juli 2013 18:17 Uhr

Bahn

Studie: Politik spart Schienennetz kaputt

Deutschland investiert einer Untersuchung zufolge deutlich weniger in den Schienenverkehr als seine Nachbarländer. Spart die Politik das Eisenbahnnetz kaputt?

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In Deutschland drohe der Schienenverkehr kaputt gespart zu werden, warnt das Bündnis Allianz pro Schiene.
Foto: Boris Roessler (dpa)

Deutschland steckt viel weniger Geld in sein Schienennetz als seine europäischen Nachbarn. Das zeigt eine neue Studie der auf die Bahnbranche spezialisierten Beratungsfirma SCI Verkehr und des Bündnisses Allianz pro Schiene. Mit Investitionen von rund 51 Euro pro Kopf liege die Bundesrepublik im europäischen Vergleich weit abgeschlagen auf dem vorletzten Platz - weniger für sein Eisenbahnnetz gibt nur noch das Euro-Sorgenkind Spanien aus.

Schweiz investiert sieben Mal mehr als Deutschland

Spitzenreiter der Studie ist die Schweiz. Diese investiert pro Kopf fast sieben Mal mehr als Deutschland. Mit 349 Euro pro Bürger lässt sich die Schweiz ihren Bahnverkehr am meisten kosten. Auf Platz zwei folgt Österreich. Dort gab man im vergangenen Jahr 258 Euro pro Einwohner aus. 

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Mit nur 51 Euro Ausgaben pro Einwohner drohe die Bundesrepublik den Anschluss in Europa zu verpassen, sagt Dirk Flege. Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene kritisiert: "Die niedrigen Pro-Kopf-Zahlen belegen einen alarmierenden Sonderweg Deutschlands in der Verkehrspolitik." Der Schienenlobby-Organisation zufolge müsste die Bundesrepublik mindestens eineinhalb mal so viel in sein Eisenbahnnetz investieren wie bisher, "wenn wir im Wettbewerb der Industrieländer mithalten wollen".

Schweden tätigt laut Studie mit 151 Euro pro Kopf die drittgrößten Investitionen in sein Schienennetz. Es folgten die Niederlande (129  Euro), Großbritannien (110 Euro), Italien (79 Euro) und Frankreich (63 Euro).

Politik steckt Milliarden in die Straßen

In Deutschland drohe der Schienenverkehr kaputt gespart zu werden, warnt Flege. Die Politik setze bei den Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur zu sehr auf die Straße. Ein Blick in die Wahlprogramme zeige, dass die Union in den nächsten vier Jahren zwar 25 Milliarden Euro zusätzlich in die marode Infrastruktur stecken will - jedoch ausschließlich in den Straßenverkehr. In Deutschland, so Flege, sei die Lobby für die Straße offenbar zu mächtig und einflussreich. jafu

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