Donnerstag, 23. Oktober 2014

12. Juni 2011 20:15 Uhr

Ermittlungen

Tod von Uwe Barschel in Badewanne wird neu aufgerollt

Der mysteriöse Tod von Uwe Barschel wird neu aufgerollt. Die Lübecker Staatsanwaltschaft lässt die Kleidung des vor 24 Jahren tot aufgefundenen Ministerpräsidenten auf DNA-Spuren prüfen.

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Uwe Barschel wurde tot in einer Badewanne entdeckt.
Foto: DPA

Es war ein Foto, das um die Welt ging: Der frühere CDU-Ministerpräsident Uwe Barschel, tot in einer Badewanne im Hotel Beau-Rivage in Genf. Gerade erst hatte er sein "Ehrenwort" gegeben, dass er keine Verleumdungskampagne gegen seinen Herausforderer Björn Engholm initiiert habe. Nun lag er da, tot, fotografiert von Reportern des "Stern".

Gut 24 Jahre ist das jetzt her. Und nun will die Lübecker Staatsanwaltschaft den Tod Uwe Barschels neu untersuchen. Einem Bericht der Lübecker Nachrichten zufolge sollen die Kleidungsstücke des früheren CDU-Ministerpräsidenten auf DNA-Spuren geprüft werden. Darunter ist auch der Anzug, mit dem der tote Barschel in der Badewanne des Genfer Hotels „Beau Rivage“ entdeckt worden war. „Wir werden in den nächsten Tagen prüfen, ob es DNA-Spuren gibt und ob sie verwertbar sind“, erklärte Oberstaatsanwalt Günter Möller gegenüber dem Blatt.

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„Es ist eine erfreuliche Entscheidung, dass alle Möglichkeiten genutzt werden, um an die Wahrheit heranzukommen“, zitiert die Zeitung auch den CDU-Landtagsabgeordnete Werner Kalinka, der auf den späten DNA-Check gedrungen hatte. Kalinka sehe in der Entscheidung „fast die Wiedereröffnung des Verfahrens“. Kleinste Dinge könnten eine Rolle spielen.

Offiziell geht man derzeit davon aus, dass sich Uwe Barschel mit Medikamenten selbst das Leben genommen hat - wohl um der Schmach zu entgehen, eines falschen Ehrenworts entlarvt zu werden. Zuletzt wurde allerdings auch spekuliert, der frühere Ministerpräsident sei von Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad getötet worden. AZ

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