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17. Juni 2009 19:42 Uhr

Iran

Twitter als Instrument des Widerstands

"Functioning Iran proxies" heißt die Botschaft, gefolgt von ein paar Zahlen. Sie zeigen, welche Rechner-Netze im Iran - noch - nicht gesperrt sind. Twitter hat sich im Iran zu einem Instrument des Widerstands entwickelt.

Was ist so toll an Twitter? Der Dorftratsch im Web
Foto: DPA

Augsburg l bo l "Functioning Iran proxies" heißt die Botschaft, gefolgt von ein paar Zahlen. Sie zeigen, welche Rechner-Netze im Iran - noch - nicht gesperrt sind.

Die Nachricht hat jemand per Twitter verbreitet. 20, 50, 100 andere Nutzer wiederholen sie, verbreiten sie auf diese Weise rasend schnell weiter. Wenig später haben zig-tausende Iraner die Botschaft gelesen.

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Twitter, oft und gerne als virtuelle Ansammlung von Banalitäten verspottet, hat sich im Iran zu einem Instrument des Widerstands entwickelt. Twitter (www.twitter.com) ist ein Online-Dienst, über den man 140 Zeichen lange Botschaften versenden kann. Jeder Nutzer kann eigene Kurz-Nachrichten verschicken oder die Nachrichten anderer Nutzer für sich abonnieren.

Obwohl Twitter durchaus manipulationsanfällig und nur bedingt vertrauenswürdig ist, nutzt die iranischen Opposition den Dienst sehr erfolgreich, den Protest zu organisieren. Zwar unternimmt Teheran viel, die Meinungshoheit zu behalten: Internetzugänge werden gesperrt, ausländische Journalisten behindert, das Mobilfunknetz blockiert. Doch die Opposition mit ihren gut ausgebildeten Studenten an der Spitze lässt sich davon nicht stoppen.

Die Regime-Gegner kennen die Netz-Sperren und wissen sie zu umgehen - über alle sozialen Online-Dienste, die es gibt. Für Botschaften dient ihnen Twitter. Bilder werden über Flickr verbreitet, Videos über Youtube. Mit großem Erfolg: Twitter & Co. sind schwer kontrollierbar und hervorragend vernetzt. Die Nutzer schlagen den Zensoren immer wieder ein Schnäppchen.

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