Donnerstag, 23. Oktober 2014

07. Dezember 2012 12:08 Uhr

Stadthagen

Unbekannte verüben Sprengstoffanschlag auf Büro von SPD-Politiker Edathy

Der Briefkasten am Büro des NSU-Ausschussvorsitzenden Sebastian Edathy in Stadthagen (Niedersachsen) ist durch eine Explosion zerstört worden. Nun ermittelt der Staatsschutz.

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Sprengstoffanschlag auf Büro von SPD-Politiker Edathy: "Wir haben bisher überhaupt keine Hinweise darauf, dass die Tat einen aktuellen politischen Hintergrund haben könnte", sagte der Sprecher der Polizei Stadthagen, Axel Bergmann.
Foto: Sebastian Kahnert, dpa

Sprengstoffanschlag auf Büro von SPD-Politiker Edathy: "Wir haben bisher überhaupt keine Hinweise darauf, dass die Tat einen aktuellen politischen Hintergrund haben könnte", sagte der Sprecher der Polizei Stadthagen, Axel Bergmann. Weil dies aber nicht auszuschließen sei, habe der Staatsschutz die Suche nach dem Täter übernommen.

Anschlag auf Büro: Edathy will nicht spekulieren

"Passanten hätten durch umherfliegende Teile verletzt werden können", sagte Edathy der Nachrichtenagentur dpa. Er wolle sich aber nicht an Spekulationen beteiligen und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er, die Polizei gehe von einem Sprengsatz aus. Das bestätigte der Polizeisprecher aber nicht. Noch sei völlig unklar, wodurch die Explosion ausgelöst wurde.

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Der Vorfall ereignete sich im Kreis Schaumburg, der in Niedersachsen als eine der Hochburgen der rechtsextremen Szene gilt. Auch der mutmaßlichen Terrorhelfer Holger G. lebte dort bis zu seiner Festnahme. Der 43 Jahre alte SPD-Bundestagsabgeordnete Edathy leitet seit Anfang des Jahres den NSU-Untersuchungsausschuss, der die Pannen und Fehleinschätzungen im Zusammenhang mit der Neonazi-Terrorzelle NSU untersucht.

Edathy: Studierter Soziologe

Der studierte Soziologe engagiert sich seit langem gegen Rechtsextremismus. Sein Vater stammt aus Indien. Die Versäumnisse bei den Ermittlungen gegen die rechtsextremen Mörder und die Aktenvernichtung durch staatliche Behörden hätten Bestürzung und Fassungslosigkeit ausgelöst, sagte Edathy Mitte November.

Edathy befürwortet NPD-Verbotsverfahren

Es könne nun zu Recht erwartet werden, dass bei der Aufklärung der Vorgänge keine Fragen offen blieben. "Da stehen wir in einer großen Verantwortung", betonte er. Der SPD-Politiker befürwortet auch grundsätzlich ein neues Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD. (dpa, AZ)

 

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