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23. Februar 2011 13:30 Uhr

Plagiats-Vorwürfe

Uni Bayreuth: Guttenberg führte seinen Doktortitel nicht zu früh

Verteidigungsminister zu Guttenberg hat nach Angaben der Uni Bayreuth seinen Doktortitel nicht zu früh geführt. Heute will sich Guttenberg zu den Plagiatsvorwürfen den Fragen im Bundestag stellen.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) muss dem Bundestag in der Platiatsaffäre Rede und Antwort stehen. dpa

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat nach Angaben der Universität Bayreuth seinen Doktortitel nicht zu früh geführt. Guttenberg habe nach der bestandenen mündlichen Prüfung im Februar 2007 einen Antrag auf vorzeitiges Führen des Titels gestellt, dem stattgegeben worden sei, erklärte der Bayreuther Jura-Professor Diethelm Klippel am Mittwoch auf Nachfrage.

Voraussetzung sei gewesen, dass Guttenberg einen Verlagsvertrag vorweisen konnte. Damit sei gesichert gewesen, dass die Arbeit veröffentlicht wird. Klippel sprach von einem «ganz üblichen Verfahren».

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Der ehemalige Bundeswehroffizier Markus Kühbacher hatte einem Zeitungsbericht zufolge Strafanzeige gegen Guttenberg wegen Titelmissbrauchs angekündigt. Nach Kühbachers Angaben trat der Politiker im Bundestag bereits ab Mai 2007 als Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg auf, obwohl die Doktorarbeit vom Verlag Duncker und Humblot erst Anfang 2009 gedruckt worden sei.

Normalerweise wird die Urkunde über die bestandene Doktorprüfung, deren Aushändigung zum Führen des Titels berechtigt, erst nach der Veröffentlichung und der Abgabe von Pflichtexemplaren der Dissertation ausgestellt.

Die Berliner Zeitung hatte berichtet, dass der Berliner Chemiker und ehemalige Bundeswehroffizier Dr. Markus Kühbacher angekündigt hatte, Strafanzeige gegen Guttenberg wegen Titelmissbrauchs zu stellen, weil der CSU-Politiker und Verteidigungsminister seinen Dokortitel zu früh benützt habe, obwohl er dazu angeblich noch nicht befugt gewesen war.

Derweil erhöht die Opposition den Druck auf Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Nach SPD-Angaben hat der CSU-Politiker insgesamt vier Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags in seine Dissertation eingebaut. Eine Woche nach dem Bekanntwerden der ersten Vorwürfe sollte Guttenberg den Bundestagsabgeordneten am Nachmittag Rede und Antwort stehen - auf 13 Fragen von SPD, Grünen und Linken. Eine halbe Stunde wollen sie den Minister ins Kreuzverhör nehmen. Anschließend war eine Debatte geplant, in der auch Guttenberg das Wort ergreifen wollte. dapd/dpa

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