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09. März 2010 09:40 Uhr

Minister in der Kritik

Vorwurf: Plant Niebel eine Dienstreise zur WM nach Südafrika?

Vorwürfe gegen Dirk Niebel: Der Entwicklungshilfeminister plant angeblich eine Dienstreise zur Weltmeisterschaft nach Südafrika. Von Rudi Wais

FDP-Politiker Dirk Niebel.

Plant Dirk Niebel eine Dienstreise zur Weltmeisterschaft in Südafrika? Der Vorwurf folgt dem Entwicklungshilfeminister bis nach Hanoi - doch der nimmt es mit Humor.

"Ich bin Rugby-Fan", sagt er. Viel mehr als die Fußball-WM in diesem Sommer interessierten ihn die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien. Dann ist sein Sport endlich olympisch, und wenn alles gut gehe, schmunzelt der FDP-Mann, dessen Vater bereits Rugby-Nationalspieler war, "ist mein ältester Sohn so weit, dass er mitspielen kann".

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Gut 8000 Kilometer von Berlin entfernt will Niebel in dieser Woche eigentlich Entwicklungsprojekte in Vietnam und Kambodscha besuchen und sich einen Eindruck von der Arbeit der deutschen Helfer dort verschaffen. Am ersten Tag seiner Reise allerdings beschäftigen ihn vor allem hausgemachte Probleme: Die Grünen wittern hinter seinen Südafrika-Plänen niedere Motive, da der Minister dort auch das Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Ghana besuchen will. Zudem rumort es in Niebels ureigenstem Einflussbereich. So will der neue Hausherr die Entwicklungshilfe nicht nur radikal umbauen. Aus einem Interview, das er kurz vor seinem Abflug gegeben hat, lässt sich mit etwas kreativer Fantasie auch eine Abkehr vom sogenannten 0,7-Prozent-Ziel herauslesen. Danach ist Deutschland verpflichtet, bis zum Jahr 2015 mindestens 0,7 Prozent seines Nationaleinkommens in die Entwicklungshilfe zu stecken.

Dieses Ziel, beteuert Niebel, werde nicht aufgegeben, es sei aus heutiger Sicht aber "sehr sportlich". Im Moment liegt die Bundesrepublik mit knapp 0,4 Prozent um 3,5 Milliarden Euro hinter den Vorgaben zurück. Auch deshalb will er stärker auf die Effizienz der Hilfe achten und dazu, unter anderem, die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), den Deutschen Entwicklungsdienst und die Bildungsorganisation InWent zusammenschließen. Der neuen Einheit soll sein Ressort dann genauer auf die Finger sehen als bisher der GTZ.

Von der Südafrika-Reise will Niebel nicht lassen - obwohl er kurz zuvor bereits mit Außenminister Guido Westerwelle in der Region unterwegs sein wird. Der Rummel um die WM sei eine gute Gelegenheit, einem Millionenpublikum vorzustellen, was dort mit deutschem Steuergeld alles geleistet werde, betont er. Verkehrsprojekte, Bolzplätze in den Townships: Rund um ein sportliches Großereignis wie die Weltmeisterschaft werde auch viel über Land und Leute berichtet. Und in diese Sendungen, sagt der FDP-Mann, "will ich rein". Das Ghana-Spiel allerdings werde er sich nur ansehen, "wenn es möglich wäre, noch eine Karte zu erwerben". Rudi Wais

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