Mehrere Impfstoffe für Kinder und Säuglinge sind in Deutschland nicht mehr lieferbar. Grund für die Kapazitätsprobleme ist die Schweinegrippe.

Mehrere Impfstoffe für Kinder sind in Deutschland nicht mehr lieferbar. Unter anderem herrscht ein Engpass bei einem Sechsfach-Impfstoff für Säuglinge. Grund für die Kapazitätsprobleme ist die Schweinegrippe.
«Es gibt Lieferengpässe», sagte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek. Er bestätigte damit einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS). Voraussichtlich bis Mitte Februar nicht mehr lieferbar seien unter anderem ein Sechsfach-Impfstoff für Säuglinge sowie ein Vierfach- Impfstoff gegen die Viruserkrankungen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.
Es gebe jedoch Alternativen, so dass kein Kind in Deutschland ungeimpft bleiben müsse, sagte Cichutek. Die Gründe für den Engpass bei der Lieferung seien dem Institut nicht bekannt.
Laut FAS liegt der Grund darin, dass die Hersteller des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe derzeit völlig ausgelastet seien. Daher seien seit Mitte Januar sieben Impfstoffe für Kinder nicht mehr lieferbar.
Eine Sprecherin des britischen Herstellers Glaxosmith Kline bedauerte laut FAS die Situation. Man versuche, die Situation zu entschärfen. Es könne jedoch noch zu Lieferengpässen voraussichtlich bis in das zweite Quartal dieses Jahres kommen.
Der Verband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland ist verärgert über den Engpass bei Impfstoffen für Babys. «Bei Kindern, die schon eine Grundimmunisierung haben, ist das nicht schlimm. Da, wo das fehlt, schon», sagte Präsident Wolfram Hartmann der Frankfurter Rundschau. «Für junge Säuglinge ist das fatal.»
Hartmann kritisierte, dass der Hersteller GlaxoSmithKline nicht in der Lage sei, Impfstoffe auf Vorrat zu produzieren, was seiner Ansicht nach durchaus machbar wäre. «Deutschland hat die teuersten Impfstoffpreise in Europa. Es muss doch möglich sein, dass der Hersteller entsprechend liefern kann.»
Nach seiner Einschätzung kann der Engpass noch bis Ende März dauern. Kinderarzt Hartmann forderte die Bundesregierung auf, den Mangel zu beheben und auf das Unternehmen Einfluss auszuüben. «Wir haben ein Problem des Marktes, auf dem es nur einen Anbieter gibt. Es müsste mehrere Anbieter geben und der Staat müsste sie verpflichten, auf Vorrat zu produzieren», sagte Hartmann. (dpa/ddp)
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