Freitag, 24. Oktober 2014

23. März 2012 12:57 Uhr

Konflikte

Weiter Explosionen und Schüsse in Mali

Nach dem Staatsstreich im westafrikanischen Mali waren am Freitag weiterhin vereinzelt Explosionen und Schüsse in der Hauptstadt Bamako zu hören. Die Nacht über hatten die Rebellen eine Ausgangssperre verhängt, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur dpa.

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Soldaten vor dem staatlichen Sender: In Mali haben Militärs die Macht an sich gerissen. Foto: Malin Palm dpa

Meuternde Soldaten hatten sich am Donnerstag an die Macht geputscht, das Staatsoberhaupt Amadou Toumani Touré gestürzt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden am Donnerstag in Bamako drei Zivilisten erschossen und 28 Menschen verletzt.

Touré war seit 2002 an der Macht. Er soll sich unter dem Schutz loyaler Soldaten in einem Militärlager befinden. Das berichteten lokale Medien. Touré hatte zuvor bereits angekündigt, nach zwei Amtszeiten bei den Wahlen am 29. April nicht mehr anzutreten.

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Das neue «Nationalkomitees für die Wiederherstellung der Demokratie und des Staates» (CNRDR) begründete seinen Staatsstreich mit der Unfähigkeit der Regierung, «die Krise im Norden Malis zu bewältigen». In der Region gibt es seit Januar immer wieder schwere Kämpfe der Regierungstruppen mit Tuareg-Rebellen. Hunderttausende sollen auf der Flucht sein.

Zehn Regierungsmitarbeiter sollen von den Putschisten festgehalten werden, darunter Außenminister Soumeylou B. Maiga und der Bürgermeister von Bamako, Adama Sangaré. Alle Flüge von und nach Mali wurden gestrichen und die Landgrenzen geschlossen.

International wurde der Putsch scharf verurteilt. Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats hatten in New York erklärt, die Soldaten sollten in ihre Kasernen zurückkehren und die Sicherheit des Präsidenten gewährleisten. Die verfassungsmäßige Ordnung müsse wiederhergestellt und die demokratisch gewählte Regierung wieder ins Amt gesetzt werden. Auch Außenminister Guido Westerwelle forderte einen sofortigen Verzicht auf jede Gewalt. Das Auswärtige Amt riet bis auf weiteres von Reisen nach Mali ab. (dpa)

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