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09. Februar 2012 14:27 Uhr

Griechenland

Wirtschaftsminister warnt vor "großem Knall" in der Bevölkerung

Der griechische Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis hat vor massiven sozialen Spannungen in der Gesellschaft gewarnt.

Erhält Griechenland keine weiteren 130 Milliarden Euro Hilfe, ist das Land bis Ende März pleite. Foto: Orestis Panagiotou dpa

Im Schuldendrama hat der Athener Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis vor «einem großen Knall» in der Gesellschaft gewarnt. Angesichts immer drastischerer Kürzungen und einer verschärften Rezession «wird die wichtigste Frage dieses Landes bald dem Erhalt des sozialen Friedens gelten», sagte der Minister der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag).

Griechischer Wirtschaftsminister warnt vor «großem Knall»

Die europäische Subventionspolitik trägt seiner Ansicht nach eine Mitschuld an der Misere Athens. «Während wir mit der einen Hand das Geld der EU nahmen, haben wir nicht mit der anderen Hand in neue und wettbewerbsfähige Technologien investiert. Alles ging in den Konsum», so Chrysochoidis. Das Ergebnis sei gewesen, dass jene, die etwas produzierten, ihre Betriebe geschlossen und Importfirmen gegründet hätten. Denn damit habe sich mehr verdienen lassen. «Das ist das eigentliche Desaster dieses Landes», konstatierte der Minister. Zugleich habe es aber auch Fehler der politischen Führung gegeben: «Über zwei Jahrzehnte hinweg haben wir unsere Produktionsbasis, unsere Industrie und damit unsere Exportmöglichkeiten zerstört.»

Verhandlungen Athens über neue Milliardenhilfen

Mit Blick auf Investitionen aus dem Ausland gab sich der Minister für die nahe Zukunft skeptisch: Solange die Verhandlungen Athens über neue Milliardenhilfen und die Gespräche über einen Forderungsverzicht der privaten Gläubiger nicht abgeschlossen seien, «wird niemand in Griechenland investieren». AZ/dpa

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