Wetter
Di.
22°C
Wetter
Mi.
21°C

05. Februar 2012 14:04 Uhr

Neue Vorwürfe

Wulffs angebliche Sonderkonditionen: Diesmal ist es ein Skoda

Die Vorwürfe gegen Christian Wulff reißen nicht ab. Es geht wieder um Sonderkonditionen beim Leasen eines Skodas. Auch Bettina Wulff steht in der Kritik.

Bettina und Christian Wulff kommen nicht aus der Kritik. Immer wieder gibt es neue Vorwürfe wegen angeblichen Sonderkonditionen.

Dieses Mal ist es ein Skoda, der Bundespräsident Christian Wulff in die Bredouille bringen könnte. Als Christian Wulff noch Ministerpräsident von Niedersachsen war, soll er Sonderkonditionen beim Leasen eines Skodas bekommen haben. Das berichtet das Magazin Spiegel.

Dem Bericht zufolge habe Christian Wulff den Mini-Geländewagen von Skoda für Sonderkonditionen geleast, die sonst nur Mitarbeiter des VW-Konzern bekommen. Das Pikante daran: Christian Wulff war zu der Zeit Aufsichtsrat bei VW - in seiner Eigenschaft als Ministerpräsident und Vertreter des Anteilseigners Niedersachsen. Das Magazin sieht darin einen Verstoß gegen das Ministergesetz von Niedersachsen. Dem Gesetz nach darf der Regierungschef keine Geschenke in Bezug auf sein Amt annehmen.

ANZEIGE

Sonderkonditionen für Wulff?

Es ist nicht das erste Mal, dass Wulff vorgeworfen wird, Sonderkonditionen zu genießen. Den letzten Berichten zufolge soll Bundespräsident Christian Wulff auch bei seinem privaten Audi  Sonderkonditionen erhalten haben. Die Berliner Staatsanwaltschaft  prüft derzeit, ob sie wegen dieses Leasing-Vertrages ein  Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorteilnahme einleiten  sollen.

Wulff wird Schnäppchenmentalität vorgeworfen

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig warf Wulff eine Schnäppchenjägermentalität vor, mit der er alle Vorurteile gegenüber der Politik verstärke. Das Staatsoberhaupt sei keine moralische Instanz mehr, sagte sie auf einem Landesparteitag am Samstag in Lübeck. DGB-Chef Michael Sommer verlangte in der Welt (Montag): «Er muss sicherstellen, dass er die moralische Autorität hat, die das höchste Staatsamt erfordert.»

Skoda-Leasing zu Sonderkonditionen für Wulff?

Zu jedem neuen Vorwurf gegen Christian Wulff folgt ein Konter seines Anwalts Gernot Lehr. So auch bei den Vorwürfen wegen des Skoda-Leasings zu Sonderkonditionen. Der Anwalt des seit Wochen kritisierten Bundespräsidenten teilte dem Spiegel mit, Wulff habe für das Leasing die «innerhalb des VW-Konzerns üblichen Vergütungen gezahlt». Nach Angaben des Magazins war das nur 1 Prozent vom Neuwagenpreis als monatliche Leasinggebühr statt der üblichen 1,5 Prozent. Das Magazin bezifferte die Ersparnis auf 1200 Euro innerhalb eines Jahres.

Vorwürfe gegen Bettina Wulff

Auch über Bettina Wulff gibt es Negativschlagzeilen. Die Bundespräsidenten-Gattin Bettina Wulff hat laut Spiegel veranlasst, dass auch private Freunde zur umstrittenen Lobby-Veranstaltung Nord-Süd-Dialog eingeladen wurden. Das geht nach Angaben des Nachrichtenmagazins aus E-Mails von Bettina Wulff hervor, die auf dem Dienstcomputer von Wulffs ehemaligem Pressesprecher Olaf Glaeseker in einem gesicherten Ordner gefunden wurden. Gegen Glaeseker wird wegen Bestechlichkeit ermittelt, gegen den Veranstalter des Nord-Süd-Dialogs, den Event-Manager Manfred Schmidt, wegen Bestechung. Der Promi-Treff fand 2009 im Flughafen Hannover statt, als Christian Wulff noch Ministerpräsident in Niedersachsen war.

Rechtsanwalt Lehr wies auf dpa-Anfrage darauf hin, dass «die abschließende Entscheidung über konkrete Einladungen bei dem Veranstalter» und nicht bei Bettina Wulff gelegen habe. Die Staatsanwaltschaft wollte sich zu Zwischenergebnissen der Ermittlungen vorerst nicht äußern. dpa/afp/AZ

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Die neuesten Kommentare



Neu in den Redaktionsblogs
Neu in den Foren

Aktuell meist gesucht

Feuerwehr | Augsburg | Fasching | unfall | kamm | ramadan