Sonntag, 19. Mai 2013

16. Mai 2012 14:10 Uhr

Euro-Krise

Zuwanderung in Deutschland auf Höhepunkt

Die Zahl der Zuwanderer in Deutschland ist auf dem höchsten Stand seit 1996. Der Grund dafür liegt auch in Europa. Für viele Zuwanderer ist Bayern attraktiv.

Auch aus der EU kommen immer mehr Zuwanderer nach Deutschland.
Foto: dpa

Die Zuwanderung nach Deutschland ist 2011 auf den höchsten Stand seit 1996  gestiegen - unter anderem durch viele Zuzüge aus  europäischen Krisenländern . Im Jahr 2011 seien rund 958.000 Menschen zugezogen und  damit 160.000 oder 20 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das  Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Eine  solche hohe Zuwanderungszahl gab es demnach zuletzt im Jahr 1996.

EU-Krise: Zuwanderung in Deutschland auf Höhepunkt

Insgesamt 842.000 Ausländer und damit 23 Prozent mehr als im  Jahr 2010 zogen im vergangenen Jahr nach Deutschland. Die Zahl der  Zuzüge von Deutschen - also Spätaussiedler oder deutsche Heimkehrer  aus dem Ausland - blieb dagegen mit 116.000 nahezu konstant.

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Zuwanderung aus EU-Ländern steigt

Vor allem aus EU-Ländern stieg die Zuwanderung. Aus den Staaten  der Europäischen Union kamen 138.000 Menschen mehr als im Vorjahr  nach Deutschland, was einen Anstieg um 34 Prozent bedeutete. Dabei  zog es besonders Menschen aus den europäischen Krisenländern nach  Deutschland. Aus Griechenland kamen 90 Prozent mehr Einwanderer als  im Jahr 2010 (plus 11.000 Menschen) und aus Spanien 52 Prozent mehr  (plus 7000 Menschen).

Aus Ländern, die im Jahr 2004 der EU beigetreten sind, kamen 75. 000 Menschen oder 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Statistikamt  führte dies unter anderem darauf zurück, dass im Mai 2011 für diese  Staaten die letzten Einschränkungen beim Arbeitsmarktzugang  weggefallen waren. Mehr Zuwanderer kamen vor allem aus Polen (plus  49.000) und Ungarn (plus 12.000).

Fast zwei Drittel der Zuwanderer ziehen auch nach Bayern

Aus den sonstigen europäischen Staaten, die nicht der EU  angehören, erhöhte sich die Zuwanderung nur leicht um vier Prozent.  Die Zuwanderung aus Asien stieg um elf Prozent, aus Amerika um zehn  Prozent und aus Afrika lediglich um ein Prozent.  Fast zwei Drittel  der ausländischen Zuwanderer zogen in die Bundesländer  Nordrhein-Westfalen (167.000 Menschen), Bayern (159.000 Menschen),  Baden-Württemberg (142.000 Menschen) und Hessen (84.000 Menschen).

Rund 679.000 Menschen verließen 2011 Deutschland. Dies waren  8000 Menschen mehr als im Jahr 2010. Unter den Auswanderern waren  539.000 Ausländer (plus 9000) und 140.000 Deutsche (minus 1000). afp/AZ

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