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20. Februar 2008 19:40 Uhr

Betriebsrat macht in Diskussion mobil

Schwabmünchen/Ettringen (emf) - Die Betriebsräte von Lang Papier in Ettringen und der Partnerfirma Technical Services machen jetzt Nägel mit Köpfen. In offenen Briefen, unter anderem an die Bürgermeister von Schwabmünchen, Langerringen und Hiltenfingen, treten die Betriebsräte im Namen der Belegschaft den "Fehlinformationen, den Halbwahrheiten und der Panikmache der Bürgerinitiativen" im Zusammenhang mit dem geplanten Müllheizkraftwerk der Papierfabrik entgegen. Zudem trafen sich die Betriebsräte gestern mit Unterallgäus Landrat Hans-Joachim Weirather und übergaben den Brief persönlich.

Das Schreiben wurde auch an die Bürgermeister von Mindelheim, Bad Wörishofen, Tussenhausen, Türkheim, Amberg, Rammingen, Wiedergeltingen und Ettringen übermittelt. An dem Treffen mit dem Landrat nahmen auch die mit dem Genehmigungsverfahren befassten Beamten der Bau- und Umweltabteilung Anton Grotz, Doris Back und Rudolf Fischer teil.

In ihrem Brief erläutern die Betriebsratsvorsitzenden Joachim Schmid und Bernd Ulbrich, warum sie die Planungen von Lang Papier für richtig halten. Sie treten darin den Vorwürfen entgegen, es handle sich bei dem Kraftwerk um eine gigantische Müllverbrennung mit unzureichender Rauchgasentgiftung. "Wir begrüßen", heißt es in dem Brief, "dass das neue Heizkraftwerk wesentlich umweltfreundlicher sein wird als das heutige Schwerölkraftwerk."

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Die Belegschaft halte es für bedenklich, "dass unsere Mitarbeiter und deren Kinder im privaten Umfeld mit diesem Thema auf unfaire Art und Weise konfrontiert werden". Erschreckend sei es, wie viele Kommunalpolitiker, vor allem außerhalb Ettringens, sich "ohne fundiertes Wissen hinter die Aussagen der Bürgerinitiativen stellen".

"Alle Beteiligten arbeiten an einem Konsens"

Weirather bestätigte, es werde in der Tat gezielt mit dem Erzeugen von Angst operiert. Besonders übel finde er, dass bei den Demos "Kinder instrumentalisiert" würden, die keine Ahnung hätten, worum es eigentlich gehe. Er habe jedoch nach der Demonstration in Mindelheim (wir berichteten) mit den Köpfen der Bürgerinitiativen gesprochen und den Eindruck gewonnen, dass dort kein Interesse an weiterer Eskalation bestehe.

"Die Richtung stimmt", so der Landrat. "Alle Beteiligten arbeiten an einem Konsens, die Stimmung ist konstruktiv." Bei einem Gespräch mit der Unternehmensleitung und dem Landesamt für Umweltschutz, teilte Weirather mit, sei weitere Bewegung in die Sache gekommen. Lang Papier habe angekündigt, in Bezug auf die Schadstoffgrenzwerte noch über die bereits eingegangene Selbstverpflichtung hinaus Zugeständnisse zu machen.

Daran werde gearbeitet und das könne dann ins Genehmigungsverfahren aufgenommen werden. "Da wurde eine Tür geöffnet", sagte Weirather.

Wie die Betriebsräte in ihrem offenen Brief mitteilten, habe der Standort Ettringen mit dem Kraftwerk eine sehr gute Zukunftschance. Arbeitsplätze und Existenzen vieler Familien würden an der Papierfabrik hängen, so die Betriebsräte unter anderem in dem Schreiben. »Siehe Seite 6

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