Königsbrunn Unter dem Motto "Szenekunst" stand das Wochenende im Königsbrunner Jugendzentrum You Z. Und das bedeutet: Es wurde gerappt, getanzt, gezeichnet und gesprayt. Öffentlichkeitswirksam waren schon am Freitagnachmittag Graffiti-Gestalter an der Kreuzung Haunstetter Straße /Augsburger Straße in Aktion. Von Manuela Antosch



Der Augsburger Graffiti-Verein "Die Bunten" gestalteten zusammen mit Schülern der Königsbrunner Hauptschule Nord zwei Wände - und der Name der Gruppe passt zum Ergebnis: Ein bunter Farbtupfer erfreut künftig die Autofahrer an der viel befahrenen Kreuzung.
Motive von Herz bis Totenkopf
Am Jugendzentrum wurde unter Anleitung des Münchner Künstlers "King Fanta" ebenfalls gesprayt und so der Eingangsbereich mit Graffiti verschönert. Auch innen kam die Kunst nicht zu kurz: Die jungen Königsbrunner Kaja und Ragna Hort sowie Daniel Kempter stellten ihre Bilder, Skizzen und Zeichnungen vom Herz bis zum Totenkopf aus.
Der Augsburger Autor Arno Löb zeigte nebenan, dass es jugendliche Subkultur schon vor 30 Jahren gab. Er präsentierte Bilder und ein Video vom Punk-Festival 1979 in Bachern. "Da ging's richtig heftig ab, mit Polizei und so", erzählt er: "Das ist legendär!" Damals habe es eine ganz neue Art von Musik und Kleidung gegeben: "Wir haben alles selbst gemacht, aus allem möglichen Material: von Taschentuch bis Müllsack." Selbst gemacht haben sieben Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren auch ihre Outfits, die sie am Freitagabend bei einer "Alternativen Modenschau" zeigten.
"Anfangs waren sie skeptisch und wollten gar nicht auftreten", erzählt Beate Olbrich. Die Mutter hatte mit den Mädchen aus gebrauchten Klamotten eine schicke Ausstattung zusammengestellt und mit raffinierten Details und Accessoires versehen. Auf der Bühne im Jugendzentrum zeigen die Mädchen dann: Nicht nur, was teuer ist, muss gut aussehen. Und sie sind stolz über ihren Auftritt.
Cooler Tanz vor den Besuchern
Geprägt war das Wochenende im Jugendzentrum von Musik und Tanz. Mädchen der vierten Klasse der Grundschule Nord tanzen auf flotte Musik. "Die Lieder und die Choreografie haben sie sich selbst ausgedacht", erzählt Organisatorin Ute Kochinke, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Jugendzentrum. Auch die Hip-Hop-Gruppe "Daddy Cool" tritt auf. Richtig aus sich heraus gehen der 16-jährige Sebastian Goll und Janine Stark (15). Sie tanzen Breakdance und Crump vor Freunden und Zuschauern. Die sind beeindruckt.
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