Dienstag, 16. Januar 2018

02. Mai 2016 16:32 Uhr

Bobingen

Bildnisse voller Leichtigkeit und Schönheit

Dorothea Reese-Heims Ausstellung im Kunstverein fasziniert in Bobingen die Besucher mit Kunst aus Fäden Von Ingeborg Anderson

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Luftige Drahtgebilde schweben im Rondell der Galerie des Kunstvereins Bobingen. Mit ihrem schwerelosen Reigen empfangen diese „Medusen“ die Besucher der neuen Ausstellung und entlocken ihnen die ersten Äußerungen positiver Überraschung. Und so geht es weiter beim Gang durch die Galerieräume.

Die Münchner Künstlerin Dorothea Reese-Heim ist es, deren Arbeiten diese Wirkung auf das Publikum ausüben. Ihre Schwarzlicht-Installation „Türme des Schweigens“ etwa, bei der sie mit Materialien wie Aluminiumgewebe Leuchtpigmenten, Lichtsammelstäben und fluoreszierenden Schläuchen den kosmologischen Mythos der Seelenwanderung gestaltet. Oder ihre Objekte aus feinem Draht und Kabelbindern, die sie als Raumzeichnungen bezeichnet.

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Aus High-Tech-Fäden und Baumarktmaterial

Die Besucher sind sichtlich fasziniert: „Wunderschön!“ oder „Unbeschreiblich schön!“ hört man sie beim Anblick der Objekte und Zeichnungen immer wieder sagen.

Das Besondere an Reese-Heims Art zu arbeiten ist, dass sie aus High-Tech- und Baumarktmaterialien etwas entstehen lässt, das Leichtigkeit und Schönheit ausstrahlt und doch spürbar mit existenzieller Bedeutung aufgeladen ist. Wie ihre großformatigen Zeichnungen aus der Serie „Handlinien“: Feine, aus ständig sich wiederholender Bewegung entstandene Linienmuster, die interferieren und beginnen zu rotieren. „Kreise sind ein Ursymbol für den Kreislauf des Lebens und die kosmische Unendlichkeit“, erklärt Christina Weber, die Vorsitzende des Kunstvereins, dazu und gleichzeitig den Titel der Schau „…wenn Kreise sich finden“.

Möglich geworden ist diese besondere Ausstellung in der Kooperation von Stadt und Kunstverein als Beitrag zum bayernweiten Festival „Gewebe. Textile Projekte“. Dafür ist Christina Weber der Kulturamtsleiterin Elisabeth Morhard sehr dankbar: „So ein Festival ist wichtig für die Region, für Bobingen, für den Kunstverein und für die Künstler“, sagte sie zur Eröffnung.

Die formelle und thematische Verbindung zum Festival-Motto und der Textilstadt Bobingen wird offensichtlich. Die Künstlerin arbeitet mit technischen Geweben, schafft sich verwebende Linien, die sich in den Raum erstrecken und verborgene Verbindungen aufbauen. Eines der verwendeten technischen Gewebe wurde sogar in Bobingen bei der Firma Trevira entwickelt: Das Material Spacenet 3 D-Tex. Dorothea Reese-Heim hat es in ihrer Serie „Diaphane Raumkörper“ verwendet und die daraus entstandene Arbeit mit dem Titel „Trophäe“ ist natürlich in der Bobinger Ausstellung zu sehen. Eine Ausstellung, die Kulturamtsleiterin Elisabeth Morhard als „sensationell“ bezeichnete. Zu Recht!

Die Ausstellung ist bis 27. Mai in der Galerie des Unteren Schlösschens, Römerstraße 73, zu sehen. Geöffnet ist sie Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Nicht an Christi Himmelfahrt.

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