Königsbrunn Die "Suche nach den Ursprüngen" - in diesem Fall des Weltalls - fesselte kürzlich im Gymnasium über 90 Minuten hinweg zahlreiche Zuhörer. Rainer Gaitzsch informierte in seinen Vortrag über "Astronomie heute" und zeigte dabei aktuelle beeindruckende Fotos von Galaxien und Sternennebeln, klärte über die imposante Technik der riesigen modernen Spiegelteleskope in der Atacamawüste von Chile auf und gab einen Ausblick in die Zukunft der Astrologie, die uns eines Tages den Einblick zum Urknall eröffnen könnte.
Funke der Begeisterung sprang auf Zuhörer über
Die Zuhörer, die in der Reihe "Gymnasium Königsbrunn Live" sonst deutlich kürzere Vorträge mit anschließender Diskussion gewohnt waren, schienen am Ende keineswegs ermüdet - ganz im Gegenteil. Anhaltender Applaus attestierte dem Astrophysiker und Mitglied des Executive Council of the European Association for Astronomy Education (EAAE), dass der Funke der Begeisterung für sein Fach Astronomie übergesprungen war.
Seit seinem 14. Lebensjahr, als er sich mit Zeitungsaustragen sein erstes Linsenteleskop zusammensparte, hat Gaitzsch das Thema nicht mehr losgelassen habe. Als Physiklehrer und später als Referent am Staatsinstitut für Schulbildung sei es ihm immer ein Anliegen gewesen, dass Physik - bei den Schülern oft als trockenes Fach verschrien - mit Lebendigkeit und Bezug zum Alltag vermittelt wird. Darum begrüßte er, dass an diesem Abend Physik-Fachschaftsleiter Ralph Henne Schüler auszeichnete, die im Zuge eines Astronomiequiz kleinere Preise gewonnen hatten.
Zehntklässler des Gymnasiums hatten im zu Ende gehenden Internationalen Jahr der Astronomie in mehreren Arbeitsgruppen eine Ausstellung über Geschichte und den heutigen Forschungsstand der Astronomie gestaltet sowie für die Unter- und Mittelstufe ein entsprechendes Quiz organisiert.
Galileo Galilei gilt als Pionier der Astronomie, da er vor genau 400 Jahren mit seinem selbst gebauten Linsenteleskop erstmals das Firmament wissenschaftlich erforschte und das bis dahin geozentrische Weltbild ins Wanken brachte.
Doch schon weit früher hätten sich Menschen mit Gestirnen beschäftigt und die Zusammenhänge zwischen Sonne, Mond und Erde zu erfassen versucht, betonte Gaitzsch. Das belege nicht zuletzt der Fund der Himmelsscheibe von Nebra (Sachsen-Anhalt), die 2000 vor Christus entstand und als weltweit älteste astrologische Darstellung gilt.
Gaitzsch skizzierte auch die Fragen der modernen Astrophysik nach Ursprung und Ursache der Planeten und Galaxien sowie dem Ende und dem Auflösen der Planeten, das man heut schon sehr genau berechnen könne. Mithilfe hoch technisierter Teleskope könne man im All Zeitsprünge und Entfernungen von mehreren Milliarden Lichtjahren überwinden.
Eine ständige Zeitreise durch Vergangenheit und Zukunft
So entdeckte man damit nicht nur das Weltall genauer, sondern könne auch Phänomene des Kosmos rückblickend betrachten und für die Zukunft erklären. "Das ist das Grandiose an der Astronomie", so Gaitzsch, "dass man sich quasi im Heute auf einer ständigen Zeitreise durch Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen befindet."
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