Mittwoch, 13. Dezember 2017

17. April 2015 04:15 Uhr

Diskussion

Braucht Königsbrunn eine Stadthalle?

Stimmen der Parteien zu einem Thema, über das seit dem Abriss des Ulrichsaals immer wieder (verhalten) diskutiert wird

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Die letzte Veranstaltung im Ulrichsaal war der Showabend des CCK Fantasia im Januar 2013 – hier ein Foto vom Aufbau. Kurz darauf wurde das Pfarrzentrum abgerissen. Seitdem werden Forderungen nach einer Stadthalle laut. 
Foto: Marion Kehlenbach

Der Chor Vox Corona will sie. Die SPD will zumindest den Bedarf prüfen und Konzepte ausarbeiten lassen. Auch der Kulturverein KliK hätte sie gern – die große Stadthalle in Königsbrunn. Seitdem der Ulrichsaal mit dem Pfarrzentrum Ende 2013 abgerissen wurde, taucht das Thema immer wieder in der kommunalpolitischen Diskussion auf – allerdings nur selten im Stadtrat, meist in Gesprächen am Rande. Da werden dann hohe Investitionen und Betriebskostendefizite angeführt, die eine Stadthalle mit sich bringen würde. Sichere Fakten sind kaum zu hören.

Wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab, kosten alle Stadthallen im Umfeld von Augsburg die Kommunen viel Geld. Die jährlichen Betriebskostendefizite werden von den Verantwortlichen mit „in niedriger sechsstelliger Höhe“ bis „rund 500 000 Euro“ angegeben. Wir haben die Fraktionen im Stadtrat gebeten, ihre Position zum Thema Stadthalle darzustellen:

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SPD Sie ist die einzige Fraktion, die das Thema forciert. Im Vorfeld der Kommunalwahl 2014 forderte SPD-Bürgermeisterkandidat Florian Kubsch, die Stadt möge Gelder in den Haushalt 2014 einstellen, um ein Konzept für einen großen städtischen Veranstaltungssaal erarbeiten zu lassen. Nur seine Fraktion stimmte dafür. Als er für den Haushalt 2015 diesen Antrag – nun mit 50 000 Euro – erneut stellte, hatte Kubsch auch einige Stadträte der Freien Wähler Peter Henkel von der CSU auf seiner Seite (Henkel hatte in seiner Funktion als Vorsitzender von Vox Corona schon 2013 einen Saal bei der Stadt beantragt). In der Reaktion auf unsere Umfrage führt die SPD an, für Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen sei das Platzangebot „unzureichend“. Turnhallen müsse man mit immensem Aufwand herrichten, für „überregionale Größen des Kulturlebens“ sei die Stadt „wenig rentabel“.

Die SPD sieht Bedarf auch durch Königsbrunner Schulen und die Entwicklung im Süden von Augsburg. Sie hat keine konkreten Vorstellungen zur Nutzung, zum Konzept und zu den Kosten einer künftigen Stadthalle, will diese aber von Fachleuten im Dialog mit künftigen Nutzern erarbeiten lassen.

CSU Eine Stadthalle sei „wünschenswert“, doch sie scheitere an festgelegten und geplanten Projekten der Stadt, stellt die Fraktionsspitze fest. Sie will in diese Richtung keine Hoffnungen wecken.

Für den weggefallenen Ulrichsaal hätten sich Veranstalter – nicht immer optimalen – Ersatz gesucht. Für ein gutes Dutzend Veranstaltungen in der Stadt (einschließlich Bepo) sei eine größere Halle nötig, urteilt die CSU. Wenn sie denn käme, dann sollte sie ein architektonisches Aushängeschild im Zentrum sein. Dann sei aber auch ein Betriebskostendefizit zu erwarten, das wohl erheblich über dem Sportetat der Stadt liegen werde.

BürgermeisterFranz Feigl, auch CSU-Ortsvorsitzender, hält einen Saal für bis zu 500 Personen in einer Stadt wie Königsbrunn für sinnvoll. Der müsse dann aber häufig „bespielt“ werden, das erfordere wieder Aufwand. Mit geringer Grundausstattung könne man Betriebskosten sparen. Doch er sieht das „nicht am Horizont“, die Stadt habe derzeit viele andere dringende Handlungsfelder wie Schulsanierung, Straßenbahn, Zentrumsgestaltung und auch die Zukunft der Königstherme.

FreieWähler Ein städtischer Veranstaltungsraum für maximal 200 Personen ist für sie „sehr wünschenswert“. Dafür könne man das städtische Grundstück neben der Kreissparkasse nutzen und so auch Räume für Tagungen und die Vhs schaffen – eine Idee, die ihr Bürgermeisterkandidat Ludwig Fröhlich Anfang 2014 noch als Bürgermeister vorstellte. Das im Zentrum geplante Kulturhaus der Stadt sehen sie, auch wegen Baukosten von rund 30 Millionen Euro, „in weiter Ferne“.

Grüne Genau an diesem Kulturhaus halten die Grünen fest. Dafür habe die Stadt in naher Zukunft weder Grundstück noch Gelder, deshalb haben sie auch die von der SPD gewünschten Vorarbeiten immer abgelehnt. Sie sehen die Prioritäten der Stadt bei anderen Themen. Kapazitäten für „besondere Veranstaltungen“ bieten drei Mehrfachturnhallen. Ob es für Großevents einen Bedarf in der Stadt gibt, sei fraglich.

BbK Die Stadt brauche eine Stadthalle, stellt die Bürgerbewegung Königsbrunn fest, die sei aber „dank des Erbes des ,alten Stadtrats‘ mit seiner CSU-Mehrheit und CSU-Bürgermeister die nächsten Jahre nicht finanzierbar“. Nötig sei ein lebendiges Bürgerzentrum mit einer modularen Halle. Die werde aber, so die BbK nach eigenen Recherchen, ein jährliches Defizit zwischen einer halben und einer Million Euro verursachen. Und die Hallenmiete zwischen 1500 und 3000 Euro werde sich nicht jeder Verein leisten können. 

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