Seit 50 Jahren gibt es die Ausbildungswerkstatt des JaboG 32. Gestern wurde gefeiert Von Uta Baumann


Lagerlechfeld Günther Hallinger ist 64 Jahre alt und geht in einem halben Jahr in Ruhestand. Roman Peischer ist 20 Jahre alt und hat sein ganzes Berufsleben noch vor sich. Und doch haben die beiden eines gemeinsam: Beide erlernten ihren Beruf in der Ausbildungswerkstatt des Jagdbombergeschwaders (JaboG) 32 auf dem Lechfeld. 50 Jahre liegen da dazwischen. 50 Jahre Ausbildungswerkstatt, die gestern im JaboG 32 gefeiert wurden.
Vieles hat sich seitdem geändert. Günther Hallinger wurde damals zum Beispiel zum Flugmotoren-Schlosser ausgebildet. Heute sind es Fluggerätmechaniker. Früher gab es Funkelektroniker. Roman Peischer dagegen beendete jetzt – übrigens mit Auszeichnung als Bester der Ausbildungswerkstatt – seine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme.
Wenig geändert hat sich dagegen beim Personal der Werkstatt, wie Oberst Stefan Scheibl, Kommodore des JaboGs 32, in seiner Festrede erzählte. Bei einem seit Jahren eingespielten Ausbilderteam weiß er die Azubis in guten Händen.
Nur acht Abbrecher in 50 Jahren
Stolz und mit Dank an die Ausbilder und den Leiter Siegfried Pohl nannte Scheibl die beeindruckende Bilanz der Ausbildungswerkstatt: 1179 junge Menschen haben seit 1961 dort eine Ausbildung begonnen. Nur acht haben sie abgebrochen oder konnten sie nicht beenden. „Für einen Ausbildungsbetrieb ist das eine phantastische Quote.“ Auch der stellvertretende Landrat Max Strehle lobte die „großartige Erfolgsgeschichte“ der Ausbildungswerkstatt.
Doch nicht nur die Quote stimmt, sondern auch die Qualität. 14 Azubis erhielten Preise der Industrie- und Handelskammer, einer war in einem Jahr sogar der Jahrgangsbeste aus ganz Deutschland. „Unsere Azubis sind am Ende ihrer Ausbildung begehrte Fachkräfte bei vielen Unternehmen“, weiß Scheibl.
Die Bundeswehr freue sich aber auch, wenn sie den ein oder anderen nach dessen Ausbildung als Nachwuchs für die Streitkräfte gewinnen könne. Nach dem Ende der Wehrpflicht sei eine Ausbildung beim JaboG eine gute Möglichkeit für junge Menschen, einen Einblick in die Bundeswehr zu bekommen, so Scheibl.
Hoffen, dass es auch nach der Bundeswehrreform weitergeht
Grabens Bürgermeister Andreas Scharf, der stellvertretend für seine Kollegen der Lechfeld-Gemeinden sprach, lobte die „äußerst konstruktive Symbiose“ von den Gemeinden und der Bundeswehr. Er sprach aber auch das aus, was sicherlich vielen bei der Feierstunde gestern durch den Kopf ging. „Wir würden uns sehr freuen, wenn es mit der Ausbildungswerkstatt hier auch nach der Bundeswehrreform so weitergeht.“ Von vielen gab es dafür ein zustimmendes Nicken.
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