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Bild: Gerlinde Weidt
Bild: Gerlinde Weidt

Der integrative Schwimmkurs ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wasserwacht Königsbrunn, der Vitalsportgemeinschaft und des Fritz-Felsenstein-Hauses.

Königsbrunn
24.01.2018

Das Seepferdchen ist das große Ziel

In Königsbrunn ermöglicht eine Kooperation einen Schwimmkurs für behinderte und nicht behinderte Kinder.

Mit der roten Schwimmnudel klappt es schon prima. Jetzt übt die fünfjährige Laura fleißig, damit sie die zehn Meter breite Querbahn auch ohne Schwimmhilfe schafft. Der integrative Schwimmkurs, an dem sie teilnimmt, ist für Kinder mit und ohne Behinderung konzipiert und findet einmal wöchentlich im Schwimmbad des Fritz-Felsenstein-Hauses statt.

Nach einer spielerischen Aufwärmphase trainieren die fünf Betreuer mit den Kindern Schwimmbewegungen und Koordination. Einige der neun Teilnehmer werden es bis zum Seepferchen schaffen, für andere steht erst die Gewöhnung an das Wasser an. Bewegung und Spaß im Schwimmbecken aber ist für alle ein besonderes Erlebnis.

Zwei Vereine und das Felsenstein-Haus arbeiten zusammen

Das Angebot für Fünf- bis Zwölfjährige ist eine Kooperation der Wasserwacht Königsbrunn, der Vitalsportgemeinschaft Königsbrunn und des Fritz-Felsenstein-Hauses. Vor einigen Jahren hat das Förderzentrum den Schwimmkurs in sein Programm der Offenen Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung aufgenommen.

Entsprechend bunt gemischt ist das Publikum: Mit dabei sind Schüler der Fritz-Felsenstein-Schule, die ihr Leben mit einer Körperbehinderung meistern. Zwei haben ihre jüngeren, nicht behinderten Geschwister mitgebracht und zwei weitere Teilnehmer kommen von der Vitalsportgemeinschaft und der Wasserwacht. In insgesamt acht Kurstagen wird jedes Kind individuell gefördert und kommt soweit, wie es ihm seine körperlichen Möglichkeiten erlauben.

Warmes Wasser sorgt bei allen für Wohlbefinden

„Mit der 1:1-Betreuung gelingt es uns, die individuellen Ziele der Kinder wesentlich besser zu verfolgen“, sagt Ute Müller, Übungsleiterin der Vitalsportgemeinschaft und Mitarbeiterin im Fritz-Felsenstein-Haus. „Zudem findet unsere Gruppe im Schwimmbad des Fritz-Felsenstein-Hauses ideale Bedingungen.“ Das Wasser ist 32 Grad warm, was vor allem bei Kindern mit einer Körperbehinderung für mehr Entspannung und Wohlbefinden im Wasser sorgt. Und auch die Kleinen ohne Handicap genießen die angenehmen Temperaturen bei ihren ersten Schwimmversuchen. Außerdem ist die behindertengerechte Ausstattung des Bades eine große Erleichterung: So haben Kinder mit Handicap über einen Lift einen leichteren Zugang zum Wasser. Laura jedenfalls schafft mittlerweile ein paar Schwimmzüge ohne Hilfe und ist sichtlich stolz auf ihre Leistung.

„Wir sind froh, diesem integrativen Schwimmkurs hier eine Heimat geben zu können“, sagt Rudi Neef, Leiter der Offenen Angebote am Fritz-Felsenstein-Haus. Nicht nur, dass behinderte und nicht behinderte Kinder hier gemeinsam in angenehmer Atmosphäre ans Schwimmen und Tauchen herangeführt werden. Auch die Kooperation der drei Königsbrunner Organisationen ist ein gutes Beispiel für Gemeinsinn und gelebte Inklusion und macht die vergleichsweise hohe Zahl der Betreuer erst möglich. Realisiert werden kann das Projekt auch dank spendenfinanzierter Mitteln, die das Fritz-Felsenstein-Haus beisteuert. (AZ)

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