Die Bürgerinitiative (BI) "Gesundes Wertachtal" ist enttäuscht: Auch nach Abschluss der Erörterung, bei der die Einwendungen gegen das geplante Heizkraftwerk in Ettringen diskutiert wurden, zeichnet sich keine Lösung ab.
Die Firma Lange habe sich bei der Erörterung "wenig einsichtig gegenüber den berechtigten Interessen der Bevölkerung" gezeigt, findet die Bürgerinitiative. Selbst eine Festschreibung der Fahrtrouten in den Verträgen mit den Spediteuren hat das Unternehmen abgelehnt. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass viele Lieferanten nun Richtung München die Strecke Hiltenfingen, Schwabmünchen-Süd, B 17 nutzen und der Verkehr weiter zunimmt.
Biomonitoring soll Schadstoffe nachweisen
Außerdem prangern die Kraftwerksgegner an, dass die Papierfabrik sich gegen ein gefordertes Biomonitoring stellt. Damit könnte nach Meinung der BI die Schadstoffbelastung durch das Heizkraftwerk besser nachgewiesen werden als durch andere Maßnahmen.
Trotz dieser Rückschläge - die Bürgerinitiative betont, bei der Erörterung der Einwendungen auch "einiges erreicht" zu haben und die Genehmigungsbehörde, das Landratsamt Unterallgäu, sowie Fachbehörden "für zahlreiche Schwachpunkte der geplanten Anlage und auch Missstände im Unternehmen sensibilisiert" zu haben. Als Beispiele nennen sie unter anderem die Eingangskontrolle der Brennstoffe, Überschreitungen bei Geruchs- und Lärmimmissionen, den Abtransport der Aschen sowie den Brandschutz im Kraftwerksbunker.
Stolz sei man darauf, so der Vereinssprecher Dr. Joachim Herbold, eine verschleierte Kapazitätsausweitung aufgedeckt und verhindert zu haben. Weiterhin dringend erforderlich ist aus Sicht des Vereins ein detaillierter Evakuierungs- und Katastrophenschutzplan.
Mit einer Entscheidung der Behörden über den Kraftwerksbau rechnet die Bürgerinitiative Ende des Jahres. Verwundert zeigte man sich über die Aussage des Lang-Werkleiters, Dr. Thomas Krauthauf. Er hatte erklärt, dass er eine Entscheidung schon bis Oktober erwarte (wir berichteten).
Eines ist für die Bürgerinitiative schon jetzt klar: Im Falle einer Genehmigung geht ihr Kampf weiter. Der Widerstand soll dann verstärkt werden. "Genehmigt ist noch nicht gebaut", schreibt die Initiative.
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