Dienstag, 19. September 2017

07. Februar 2014 05:00 Uhr

Königsbrunn

Die Bürgermeister-Kandidaten zur Tram

Kommunalwahl Ausführliche Stellungnahmen auf fünf Fragen unserer Zeitung über die Straßenbahn Linie 3

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Franz Feigl, CSU

1.)Welche Bedeutung hat für Sie die Straßenbahn im ÖPNV-Konzept für Königsbrunn?

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Seit 30 Jahren wird sie politisch verfolgt -anfangs belächelt- und ist jetzt in eine für alle entscheidende Phase der angemessenen Kostenbeteiligung gekommen. Sie ist attraktiv für alle Beteiligten. Es ist für die Stadt Augsburg, den AVV und unsere Stadt eine Weichenstellung für die Zukunft - gleich wie die Entscheidung fällt.

Die Straßenbahn steht für eine ökologische, zeitgemäße und zuverlässige Verbindung nach Augsburg, die großteils unabhängig vom Straßenverkehr ist und mit ihrem 5 bis 20minütigen Takt besticht. Durch sie können die Universität Augsburg, das Innovationszentrum und die SGL-Arena gut angebunden werden. Die Straßenbahnlinie 3 -Verlängerung kann aber keinen Ersatz für eine schnelle Verbindung in die Stadtmitte mit Hauptbahnhof und Königsplatz sowie den Bahnhöfen Bobingen und Mering bilden.

2.) Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Betrieb der Linie 3 zwischen Haunstetten und Königsbrunn kostengünstiger zu machen?

Geht man von den Kosten für Bau und Betrieb aus, die die Stadtwerke Augsburg vorlegten, könnte eine Anpassung der Taktfrequenz an den Bedarf und eine Stärkung der Nachfrage eine Verbesserung des Kostenniveaus bringen. Allerdings können diese Maßnahmen kaum durchgreifenden Erfolg versprechen, weil der Anteil für die Herstellungskosten konstant bleibt und das Betriebskostendefizit kaum entscheidend gesenkt werden kann.

3.) Sollte sich die Stadt Königsbrunn direkt am Ausgleich des Betriebskostendefizits beteiligen? Wenn ja, bis zu welchem Betrag?

Ohne Beteiligung der Stadt Königsbrunn am Betriebskostendefizit ist die Straßenbahnverlängerung ohnehin nicht realisierbar; insbesondere wäre eine Gegenfinanzierung durch die Aufgabe des Schnellbusses kaum vertretbar. Daher muss sich die Stadt Königsbrunn zur Realisierung beteiligen.

Hier gilt es, ein verträgliches Maß zu finden. Die Stadt Königsbrunn wird sich auf Dauer eine Beteiligung z.B. in Höhe der Hälfte der Kosten von 1 Mio Euro jährlich nicht leisten können, ohne empfindliche Einsparungen an anderer Stelle vorzunehmen.

4.) Was haben Sie (oder ihre politische Gruppierung) in der Vergangenheit unternommen, um die Realisierung der Linie 3 zu befördern?

Auf CSU-Parteibasis wurden in den letzten zwei Jahrzehnten viele Gespräche mit den Entscheidungsträgern geführt, sowohl auf Landkreisebene als auch im innerstädtischen Austausch mit Augsburg, um die Realisierung voranzubringen. Das führte dazu, dass die Verlängerung der Linie 3 nicht mehr - wie in der Vergangenheit - dem Grunde nach in Frage gestellt wird.

Erst seit relativ kurzer Zeit steht überhaupt fest, dass die Verlängerung der Linie 3 von allen Beteiligten durchgeführt wird, wenn die Finanzierung steht. Die Stadt Königsbrunn und mit ihr der CSU mehrheitlich besetzte Stadtrat ist bei dem Projekt durch die Sicherung von Flächen für die Trassenführung erheblichin Vorleistung getreten.

5.) Welche ÖPNV-Alternativen sehen Sie zu einer Verlängerung der Straßenbahn?

Wir denken insbesondere an eine elementar bessere Busanbindung an die Endhaltestellen der Linien 2 und 3 sowie an die Bahnhöfe in Bobingen und Mering. Das kann relativ schnell umgesetzt werden. Daneben ist aber auch das historisch gewachsene innerörtliche ÖPNV-System zu überarbeiten, weil es mit der Stadtentwicklung nicht Schritt gehalten hat. Hier ist auszuloten, was der AVV leisten kann und was wir durch ein Stadtbuskonzept erreichen können.

Dabei ist auch die Überlegung zur Asphaltierung der freigehaltenen Straßenbahntrasse mit Flüsterasphalt und der Nutzung mit Gas- oder Elektrobussen einzubeziehen.

Ludwig Fröhlich, Freie Wähler

1.)Welche Bedeutung hat für Sie die Straßenbahn im ÖPNV-Konzept für Königsbrunn?.

Die Straßenbahnlinie 3 nach Augsburg hat eine zentrale Bedeutung im ÖPNV-Konzept für Königsbrunn und für den südlichen Raum Augsburg.

Diese Erschließungsachse wird in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen, was die Erschließung von Zielen entlang der Strecke (wie z.B. Innovationszentrum, Science-Park, Uni, Stadion) bzw. Fahrten nach Augsburg-Mitte angeht.

2.) Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Betrieb der Linie 3 zwischen Haunstetten und Königsbrunn kostengünstiger zu machen?

Die geschätzten Betriebskosten der Stadtwerke Augsburg als Betreiber liegen vor. Sie sollen angeblich den Erfahrungswerten des Betriebes entsprechen.

Aus unserer Sicht mangelt es jedoch an Transparenz. Eine Reduzierung wäre unter Umständen möglich,

a) durch eine entsprechende Anpassung der Taktung bei der Bedienung und einer möglichen Einsparung eines Fahrzeuges,

b) durch eine reine Betriebskostenbetrachtung der Strecke Haunstetten-Königsbrunn,

c) durch eine entsprechende Einnahmen-Aufteilung.

3.)Sollte sich die Stadt Königsbrunn direkt am Ausgleich des Betriebskostendefizits beteiligen? Wenn ja, bis zu welchem Betrag?

Die Stadt Königsbrunn leistet über die Kreisumlage bereits heute erhebliche Zahlungen (2014: 11,5 Mio EURO) an den Landkreis und damit auch für den AVV. Dies muss in die Betrachtung einfließen.

4.)Was haben Sie (oder ihre politische Gruppierung) in der Vergangenheit unternommen, um die Realisierung der Linie 3 zu befördern?

Die Stadt Königsbrunn hat, obwohl der Planungsträger für ÖPNV der Landkreis bzw. der AVV ist, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Augsburg Machbarkeitsstudien durchgeführt, der Bürgermeister hat bei verschiedensten Spitzengesprächen (Landkreis, Stadt Augsburg, usw.) und in vielen technischen Gesprächen die Belange Königsbrunns vertreten.

Nachdem die Spitzengespräche, insbesondere auch auf Landkreisebene, ins Stocken geraten sind, hat die FW-Kreistagsfraktion das Thema inzwischen auch auf die Agenda im Kreisausschuss gebracht (siehe Berichterstattung in der AZ).

5.)Welche ÖPNV-Alternativen sehen Sie zu einer Verlängerung der Straßenbahn?

Ich sähe es als einen Kardinalfehler, wenn die ÖPNV-Trasse in Frage gestellt würde. Ich kann mir allenfalls Zwischenlösungen vorstellen wie z.B.:

– Teilausbau der Bahntrasse und Busbetrieb in umweltfreundlicher Betriebsart, Verdichtung des 740er-Angebotes auf mindestens halbstündig über den Tag bzw.

– viertelstündlich zu Spitzenzeiten. Weiterhin die Verbesserung der Anbindung an die beiden Bahnhöfe Bobingen und Mering. Der Bahnhof Bobingen müsste allerdings barrierefrei und bedienungsfreundlicher ausgebaut werden.

Ziel muss allgemein sein, möglichst Brechung von Verkehren zu vermeiden.

Alwin Jung, Grüne

1.)Welche Bedeutung hat für Sie die Straßenbahn im ÖPNV-Konzept für Königsbrunn?

Die Straßenbahnanbindung ist mit großen Vorteilen verbunden. Ein bequemes Verkehrsmittel verbindet umweltschonend, pünktlich, stau- und stressfrei die beiden Stadtzentren und sichert darüber hinaus eine gute Erreichbarkeit der wichtigen Streckenhaltepunkte wie Universität, Innovationspark, Berufsschule sowie der dort ansässigen Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen. Der Energieaufwand ist sehr niedrig. Studien zeigen, dass Straßenbahnen einen positiven Einfluss auf die ökonomische Entwicklung einer Stadt haben können. Für viele Menschen ist eine gute Anbindung an den ÖPNV ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für ein neues Zuhause.

Sie macht eine Stadt attraktiv. Gerade im Wettbewerb mit anderen Städten hat Königsbrunn zunehmend den Nachteil, dass sie über keinen Schienenanschluss verfügt. Beinahe alle Gemeinden in der Region haben den direkten Zugang zur Schiene.

2.)Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Betrieb der Linie 3 zwischen Haunstetten und Königsbrunn kostengünstiger zu machen?

Nach einem gemeinsamen Gutachten mit den STWA, das allen Stadträten und dem Landrat, vorliegt, gibt es kein Defizit auf der Neubaustrecke, im Gegenteil es entsteht ein Plus. Der Grund für das trotzdem benannte Defizit ist, dass statt einer Teilkostenrechnung eine Vollkostenrechnung zu Grunde gelegt wird. Bei diesem Verfahren werden die Kosten, unabhängig von der Verursachung, auf die Kostenträger verrechnet. Das heißt, Köbr/LK trägt die erheblichen Gemeinkosten der Stadtwerke Augsburg mit. Deshalb muss über eine Teilkostenrechnung verhandelt werden mit einem angemessenen Anteil an den Gemeinkosten der STWA.

Auch muss über die Aufteilung der Einnahmen verhandelt werden. Es kann nicht sein, dass der LK zwei Drittel der Betriebskosten trägt, aber nur ein Drittel der Einnahmen bekommt.

3.)Sollte sich die Stadt Königsbrunn direkt am Ausgleich des Betriebskostendefizits beteiligen? Wenn ja, bis zu welchem Betrag?

Grundsätzlich ist es die Aufgabe des LK für ein attraktives ÖPNV-Angebot zu sorgen. Wie bekannt, wurde der ÖPNV in Königsbrunn bei der letzten AZ-Umfrage als sehr mangelhaft eingestuft. Deshalb ist zunächst der LK am Zug. Von der Verlängerung der Straßenbahnlinie haben alle drei Beteiligten einen Vorteil, neurer Schwung und eine Aufwertung für Königsbrunn, Augsburg wird von Autoverkehr mit all seinen Begleiterscheinungen entlastet, der LK profitiert, wenn sich Köbr entwickelt u.a. von der steigenden Kreisumlage. Deshalb finde ich, ist auch eine Beteiligung Königsbrunns angemessen. Über die Höhe kann man heute noch nichts sagen.

4.)Was haben Sie (oder ihre politische Gruppierung) in der Vergangenheit unternommen, um die Realisierung der Linie 3 zu befördern?

Die Grünen und ich persönlich sind seit über 20 Jahren der Motor bei diesem Thema. Im vergangenen Jahr haben wir eine Aktionswoche organisiert. Mit einer Ausstellung über „Straßenbahn - Erfolgsmodell für Wirtschaft und Lebensqualität“ im Königsbrunner Rathaus, die von Herbert König, Vorsitzender Geschäftsführer der MVG eröffnet wurde, mit einem Spaziergang auf der Trasse haben wir den Bürgern den Verlauf der Line gezeigt.

Die Grünen im Kreistag haben vor Jahren beantragt im Nahverkehrsplan die Line in die Zielplanung aufzunehmen, jetzt sind wir dabei, dass sie in den Ausführungsplan übernommen wird. Im Stadtrat haben wir errecht, dass die Trasse entwickelt wurde und zu 80 Prozent im städtischen Besitz ist, sowie dass die Zentrumshaltestelle straßenbahntauglich ausgebaut wurde.

5.)Welche ÖPNV-Alternativen sehen Sie zu einer Verlängerung der Straßenbahn?

Für einen modernen attraktiven in die Zukunft gerichteten ÖPNV gibt es keine Alternative zur Straßenbahn. Wenn Königsbrunn sich weiterentwickeln soll und das ist mein bestreben, ist das nicht mit ein paar Bussen zusätzlich getan. Die Anbindung Tram-Bus funktioniert oft nicht, wie wir durch Beschwerden wissen. Auch das Umsteigen ist ein großer Nachteil der Busvariante. Eine durchgehende Line hilft gerade älteren und gehandicapten Menschen. Die 740 Direktbuslinie sollte meiner Ansicht nach, auch mit der Tram, zumindest früh und abends, erhalten bleiben.

Florian Kubsch, SPD

1.)Welche Bedeutung hat für Sie die Straßenbahn im ÖPNV-Konzept für Königsbrunn?

Die Straßenbahn hat enorme Bedeutung für die Stadtentwicklung. Sie erschließt den Süden Augsburgs und schafft engere Verflechtungen. Gerade mit Blick auf Forschungseinrichtungen, Firmen, Universität, Hochschule und die beruflichen Schulen ein echter Standortfaktor für Königsbrunn.

Die Schnellbusverbindung erfüllt eine gänzlich andere Funktion. Mit dem Schnellbus 740 kann man zügig von Königsbrunn zum HBF oder dem Königsplatz fahren.

Königsbrunn braucht beides! Straßenbahn und Schnellbus bringen unterschiedliche Vorteile für Königsbrunn, sie dürfen keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden.

2.) Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Betrieb der Linie 3 zwischen Haunstetten und Königsbrunn kostengünstiger zu machen?

Die Stadtwerke Augsburg sind am Zug, eine transparente Aufstellung der Kosten vorzulegen. Bislang ist vollkommen unklar, welche Kosten von den Stadtwerken Augsburg in die Betriebskostenberechnung eingeflossen sind. Uns wird seit geraumer Zeit lediglich mitgeteilt, dass für den Königsbrunner Streckenteil ein Defizit in Höhe von ca. 2 Mio. € jährlich zu erwarten sei. Wie es zustande kommt, wird nicht näher erläutert. Ohne genauere Zahlen, geht hier nichts vorwärts, wir können schließlich nicht die Katze im Sack kaufen.

3.)Sollte sich die Stadt Königsbrunn direkt am Ausgleich des Betriebskostendefizits beteiligen? Wenn ja, bis zu welchem Betrag?

Wie bereits unter Frage 2 dargelegt, hat die Stadt Königsbrunn keine genauen Zahlen vorliegen. Solange dies nicht der Fall ist und die Stadt Augsburg nicht mit offenen Karten spielt, ist nicht absehbar, in welcher Höhe sich Stadt Königsbrunn und Landkreis Augsburg das Defizit aufteilen und in welcher Form Ausgleichszahlungen organisiert werden.

Die Augsburger Stadtwerke und OB Gribl müssen sich zur Straßenbahn nach Königsbrunn bekennen und in offene Gespräche über das Betriebskostendefizit eintreten! Mehr Druck von Seiten des Landrat Sailer wäre hierbei sicher hilfreich.

4.)Was haben Sie (oder ihre politische Gruppierung) in der Vergangenheit unternommen, um die Realisierung der Linie 3 zu befördern?

Seit Jahren führt die SPD Königsbrunn Gespräche mit Akteuren auf allen Ebenen. Mit der SPD Haunstetten haben wir Veranstaltungen organisiert. Mit Dr. Stefan Kiefer, Fraktionsvorsitzender und OB-Kandidat in Augsburg, haben wir mehrfach die Straßenbahn besprochen, er weiß um die Nöte. Ebenso haben wir in mehreren Gesprächen unsere Vorschläge dem Chef der Stadtwerke Augsburg vorgetragen.

Natürlich stehen wir bei diesem Thema in engem Austausch mit unserer Kreistagsfraktion.

Leider ist es immer dasselbe Problem: Ohne den Willen von Landrat Sailer und vor allem OB Gribl kommt das Projekt nicht voran.

5.)Welche ÖPNV-Alternativen sehen Sie zu einer Verlängerung der Straßenbahn?

Das Schnellbusangebot muss ausgebaut werden. Daneben müssen wir in Königsbrunn einen innerstädtischen ÖPNV organisieren. Darüber hinaus sind die Verbindungen nach Mering und Bobingen auszubauen.

Die Verbindungen abends und nachts, an Wochenenden und Feiertagen sind nicht gut, sie müssen dringend verbessert werden.

Alle diese Maßnahmen müssen auch ergriffen werden, wenn die Straßenbahn kommt, besonders wichtig sind sie jedoch, so lange die Straßenbahn nicht kommt!

Wir können sofort damit anfangen und wenn die Straßenbahn dann irgendwann dazu stößt, freuen wir uns.

Ilona Reeb, FDP

1.)Welche Bedeutung hat für Sie die Straßenbahn im ÖPNV-Konzept für Königsbrunn?

Die Erweiterung der Linie 3 im ÖPNV ist essentiell für die Entwicklung und Attraktivität der Stadt Königsbrunn. Bei allen Kommunalwahlen seit 1996 hat die FDP immer wieder gebetsmühlenhaft auf die Wichtigkeit der Tram hingewiesen, so auch in 2014. Die Tram ist wichtig für die Flächenerschließung. Durch eigene Gleise ist die Bahn schneller und sicherer als ein Schnellbus. Für Königsbrunn sollte ein ausgeklügeltes System zwischen Bus und Bahn entwickelt werden.

2.)Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Betrieb der Linie 3 zwischen Haunstetten und Königsbrunn kostengünstiger zu machen?

Kernpunkt ist die Frage des Zeitumlaufes; hierzu gibt es keine exakten Festlegungen. Die FDP schlägt hierzu eine Anpassung an den Busverkehr vor, der bei höherem Fahrgastaufkommen gesteigert werden kann. Mit Augsburg sollte ein Sondervertrag ausgehandelt werden, der die Vorteile der Linie Königsbrunn (hohes Aufkommen) abgrenzt zu weniger wirtschaftlichen Strecken wie zum Beispiel der Linie 6 nach Friedberg. Die teure Gesamtkostenbetrachtung von Augsburg muss einer Vernunftkalkulation weichen. Wichtig ist uns die Einbindung aller politischen Kräfte; dies war bislang nicht gegeben; deshalb ist die Umsetzung der Tram auch bisher gescheitert.

3.)Sollte sich die Stadt Königsbrunn direkt am Ausgleich des Betriebskostendefizits beteiligen? Wenn ja, bis zu welchem Betrag?

Es gibt keinen guten Nahverkehr ohne Zuwendungen aus Steuermitteln; also ein klares Ja zu einer Beteiligung. Der ÖPNV einer Stadt ist das Rückgrat einer florierenden Wirtschaft, die dann auch automatisch die Finanzierung wieder gesichert. Dass Königsbrunn als größte Stadt im Landkreis auch an die Schiene angebunden werden muss, sollte der Stadt auch etwas wert sein. Durch kluge Planungen von Schiene und Bus müssen optimale Lösungen erarbeitet werden. Der AVV muss besser in die Abläufe eingebunden werden. Beträge sind am Ende eines schwierigen Erschließungsprozesses zu diskutieren; nicht vorab. Dies wäre kontraproduktiv und ist in der freien Wirtschaft nicht der Maßstab für Entscheidungen.

4.)Was haben Sie (oder ihre politische Gruppierung) in der Vergangenheit unternommen, um die Realisierung der Linie 3 zu befördern?

Bei allen Kommunalwahlen seit 1996 hat die FDP immer wieder auf die Wichtigkeit der Tram hingewiesen. Wir haben in der letzten Wahlperiode des Landtags unseren Wirtschaftsminister Martin Zeil massiv in die ÖPNV Probleme des Landkreises Augsburg und der Stadt Königsbrunn eingebunden. Leider hat der amtierende Bürgermeister unsere Unterstützung nicht angenommen. Stadtrat Buhl hat mit ausgewiesenen Fachleuten für die Straßenbahn zuletzt im vergangenen Sommer Bürgermeister und Stadtwerkeleitung in Königsbrunn auf machbare Strategien und Wege hingewiesen. Ein klares Konzept ist leider trotz unzähliger Vorstöße unserer Stadträte bisher nicht erkennbar.

5.)Welche ÖPNV-Alternativen sehen Sie zu einer Verlängerung der Straßenbahn?

1. Eine klare Verbesserung der Busanbindung an den Bahnhof in Bobingen und Fahrten nach Augsburg.

2. Ausbau der vorhandenen Tramtrasse für (Elektro) Busse und somit optimale Erschließung des Stadtgebietes Königsbrunn.

3. Vereinbarung mit Augsburg über Anbindung dieser Busse an das Straßenbahn Netz.

4. Ausweitung des Schnellbus- Betriebes mit alternativen Routen.

5. Gutachten über Bedarfe des ÖPNV für Senioren, wie sie vor wenigen Tagen die FDP Fraktion im Stadtrat angestoßen hat.

6. Ausbau der Haltestellen mit Wind-und Wetterschutz, wie sie die FDP Fraktion im letzten Jahr auf den Weg gebracht hat; vier davon sind bereits in Betrieb.

Peter Sommer, Bürgerbewegung Königsbrunn

1.)Welche Bedeutung hat für Sie die Straßenbahn im ÖPNV-Konzept für Königsbrunn?

In der BbK gibt es, wie in ganz Königbrunn, Gegner und Befürworter der Straßenbahn.

Meiner Meinung nach kann es sich keine Stadt leisten, auf ein gut funktionierendes Nahver-kehrskonzept zu verzichten. Wir planen und bauen nicht für heute, sondern für die nächste Generation. Königsbrunn kann von einer Straßenbahnanbindung nur profitieren.

Die Gewerbegebiete und das geplante Zentrum werden mehr Kunden erreichen und Königsbrunn wird für die junge Generation interessanter werden. Können dann doch die Uni und Augsburg einfacher erreicht werden. Damit das aber funktioniert, ist die Installation von Zubringerbussen ähnlich wie in Haunstetten zwingend erforderlich.

Wenn diese Chance nicht genutzt wird, werden die umliegenden Städte Königsbrunn bald ab-gehängt haben.

2.) Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Betrieb der Linie 3 zwischen Haunstetten und Königsbrunn kostengünstiger zu machen?

Kostengünstiger wird sich die Straßenbahn nicht bauen lassen. Aber mit jedem Tag, den man verstreichen lässt, wird der Bau teurer.

3.)Sollte sich die Stadt Königsbrunn direkt am Ausgleich des Betriebskostendefizits beteiligen? Wenn ja, bis zu welchem Betrag?

Die BbK steht für eine transparente und offene bürgernahe Politik. Wir wollen daher eine Bür-gerbefragung, bei der sich der Bürger für oder gegen die Straßenbahn entscheiden kann. Dazu ist eine ehrliche Offenlegung aller Fakten und Kosten, die den Bau und den Unterhalt der Stra-ßenbahn betreffen, erforderlich. Wenn die Mehrzahl der Bürger eine Straßenbahn nach Augs-burg will, wird sich die Stadt Königsbrunn an einem Betriebskostendefizit beteiligen müssen. Die Höhe wird Verhandlungssache sein.

4.)Was haben Sie (oder ihre politische Gruppierung) in der Vergangenheit unternommen, um die Realisierung der Linie 3 zu befördern?

Die Bürgervereinigung Königsbrunn e.V. (BbK) wurde durch unzufriedene Königsbrunner Bürger im April 2013 gegründet. In der bisher vergangenen kurzen Zeit mussten wir eine Vereins-eintragung beim Amtsgericht sowie die Anerkennung durch das Finanzamt erreichen. Nicht zu-letzt standen die Aufstellung der Stadtrats- und des Bürgermeisterkandidaten im Vordergrund. Zudem mussten wir die Vorgaben für eine Wahlteilnahme (190 Unterschriften auf der Unterstüt-zungsliste) erfüllen.

Eine aktive Unterstützung für eine Verlängerung der Straßenbahnlinie war zeitlich einfach nicht möglich.

5.)Welche ÖPNV-Alternativen sehen Sie zu einer Verlängerung der Straßenbahn?

Ich bin der festen Überzeugung, dass der Schnellbus über kurz oder lang nicht mehr ausreichen wird. Der Busverkehr allein kann keine Straßenbahn ersetzen.

Die Straßenbahn-Niederflurwagen Combino haben insgesamt 226 Plätze, davon 101 Sitzplätze. Normale Stadtbusse haben dagegen nur ca. 41, die Gelenkbusse ca. 50 bis 60 Sitzplätze und nochmal so viele Stehplätze. Für eine Straßenbahn müssen daher mindestens 2 Busse einge-setzt werden.

In einer Zeit, wo fossile Brennstoffe immer knapper und die Feinstaubbelastungen immer größer werden, gibt es für mich keine vernünftige Alternative zur einer Verlängerung der Straßenbahnlinie 3.

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