Mittwoch, 22. November 2017

18. Juni 2015 05:00 Uhr

Königsbrunn

Die Radler-Revolution geht alle an

Stadtrat beschließt erste Schritt im Radverkehrskonzept. Das bringt Änderungen auch für Autofahrer.

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Im Zuge des neuen Radverkehrskonzepts soll die Kreuzung Hunnenstraße / Guldenstraße im Industriegebiet Nord zu einem kleinen Kreisverkehr umgebaut werden. Aktuell müssen dort die Verkehrsteilnehmer auf der Guldenstraße in beiden Fahrtrichtungen nach rechts abbiegen.
Foto: Hermann Schmid

Die Revolution fand im Saale statt, doch bald wird man ihre Auswirkungen auf den Straßen der Brunnenstadt spüren. Am Dienstagabend beschloss der Stadtrat weitgehend einstimmig die ersten Schritte im neuen Radverkehrskonzept (siehe Infokasten) – und die betreffen bei Weitem nicht nur die Radler. Fußgänger werden künftig wesentlich breitere Gehwege erhalten, die müssen sie sich allerdings oft ohne Trennlinie mit Radlern teilen. Autofahrer hingegen werden weit häufiger als bisher Radler auf ihrer Fahrbahn erleben.

Schon Anfang 2014 hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die sogenannte Radwegbenutzungspflicht aus der Straßenverkehrsordnung gestrichen. „Der Radler ist damit dem Kfz-Lenker gleichgestellt“, informierte Josef Marko, der Verkehrssachbearbeiter im Rathaus. Der Hinweis kam allerdings erst, nachdem die Stadträte schon an einzelnen Punkten das Für und Wider der Änderungen, die das Planungsbüro Stadt – Land – Verkehr, München, vorschlägt, diskutiert hatten. Nachdem dann noch neue, übersichtlich gegliederte Sitzungsvorlagen verteilt waren, ging der Rat die Vorschläge zügig durch.

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Florian Kubsch (SPD) und Alwin Jung (Grüne) hatten zuvor Grundsätzliches angesprochen. „Königsbrunn ist eine Autostadt“, so Kubsch, „wollen wir den Paradigmenwechsel?“ Die Veränderungen würden auch weniger Autoverkehr im Zentrum bedeuten – und damit mehr Aufenthaltsqualität.

„Die Sicherheit der Radler hängt wesentlich davon ab, gesehen zu werden“, erläuterte Jung, deshalb sei es besser, wenn sie Autospuren benutzen. „Das hat selbst die bayerische Staatsregierung erkannt.“ Da wollte nun auch der Stadtrat nicht länger hintan stehen. Er billigte sogar einstimmig, die Alten Postweg von der Gartenstraße bis zum Gymnasium als „Fahrradstraße“ auszuweisen. Hier sind Radler gegenüber Autos bevorrechtigt.

Wie weit soll der Vorrang für Radler gehen?

Umstritten war im Rat allerdings, wie weit der Vorrang der Radler an der Augsburger Straße gehen soll. Hier hatten die Planer einen Schutzstreifen auf der Fahrbahn Richtung Osten vorgesehen, der dann vor der Ampel an der Haunstetter Straße in eine Aufstellfläche für Radler vor den Autos münden sollte. Aus verschiedenen Fraktionen kamen hier Einwände, Radler seien auf dieser viel befahrenen Straße sehr gefährdet, bemerkte etwa Wolfgang Leis (BbK). Auch der Kommentar „Irrsinn“ war zu hören. Feigl fand es „fragwürdig“. Diesen Punkt will der Rat noch im Detail erörtern.

Einstimmig beschloss der Rat, an der Kreuzung der Hunnen- und der Guldenstraße bis Herbst auf der vorhandenen Straßenfläche einen kleinen Kreisverkehr einzurichten. Damit wäre das Rechtsfahrgebot für Radler und Autos auf der Guldenstraße passé, der Verkehr könnte auch direkt in Nord-Süd-Richtung fließen. Dies lobte auch Maximilian Wellner (CSU), als Leiter der Polizeiinspektion Bobingen ein Fachmann für Verkehrsfragen. In Bobingen, so berichtete er, funktionieren zwei Mini-Kreisel „wunderbar“ und tragen dazu bei, die Geschwindigkeit der Autos abzubremsen.

Der Austausch der Verkehrszeichen läuft schon seit einigen Wochen. Im Juli sollen Straßenmarkierungen umgearbeitet werden.

Die Neuerungen, die das Radwegkonzept bringt, will die Stadt ab 9. Juli im Rathaus-Foyer präsentieren.

Die wichtigsten Veränderungen für Radler und Autofahrer im Überblick

Zahlreiche Veränderungen hat der Stadtrat am Dienstagabend beschlossen, umgesetzt werden sie in den kommenden Monaten. Sie treten erst dann in Kraft, wenn auch die entsprechenden Schilder und Fahrbahnmarkierungen angebracht sind.

Radwege-Benutzungspflicht Sie wird für zahlreiche Straßen aufgehoben, die Geh- und Radwege werden wieder zu reinen Gehwegen umgewidmet. Auf vielen davon werden die Radler allerdings das Recht erhalten, sie weiter zu benutzen.

Bgm.-Wohlfarth-Straße Die wird der Bereich mit Tempo 30 (bislang nur zwischen Markt- und Rathausstraße) auf die ganze Strecke zwischen den Kreisverkehren ausgedehnt. Auch hier werden dann Radler die Fahrbahnen benutzen können.

Hunnen-/Guldenstraße Die Kreuzung wird mit einem flachen Mini-Kreisverkehr ausgestattet, der auch für Schwerlastverkehr passierbar bleibt.

Augsburger Straße Zwischen Donauwörther und Haunstetter Straße soll in Fahrtrichtung Osten ein Schutzstreifen markiert werden. Ob es an der Ampel eine Aufstellfläche für Radler vor den Autos gibt, ist noch offen.

Blumenallee Hier werden zwischen Enzianstraße und Edelweißring die Positionen von Parkstreifen und Radweg (er liegt bisher zwischen Parkstreifen und Gehweg) vertauscht.

Gartenstraße/Alter Postweg Um die Kreuzung wird Tempo 30 eingeführt. Radler sollen dort auf die Fahrbahn „eingeschleift“ werden.

Alter Postweg Er wird Richtung Gymnasium / Jugendfreizeitstätte Matrix als „Fahrradstraße“ ausgewiesen, Kfz-Verkehr ist untergeordnet.

Fahrradständer Sie werden nach und nach – beginnend vor dem Rathaus – durch zeitgemäße mit Absperrmöglichkeit ausgetauscht.

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