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23. Februar 2009 18:35 Uhr

Brennpunkt Bobingen

Die Sozialarbeit zahlt sich mittlerweile aus

Rückläufige Jugendkriminalität, Integration von Migranten und ein unterdurchschnittlicher Jugendhilfeindex in Bobingen zeigen: Die Stadt hat einiges unternommen, um ihre sozialen Brennpunkte im Jugendbereich zu entschärfen. Erfolge sind sichtbar. Von Thomas Herrmann Von Thomas Herrmann

Bobingen. Rückläufige Jugendkriminalität, Integration von Migranten und ein unterdurchschnittlicher Jugendhilfeindex in Bobingen zeigen: Die Stadt hat einiges unternommen, um ihre sozialen Brennpunkte im Jugendbereich zu entschärfen. Erfolge sind sichtbar. Dennoch wird sich die Stadt auch in der Zukunft noch großen Herausforderungen stellen müssen. Dies ist das Fazit der Sozialraumanalyse, die Hannes Neumeier, Sachgebietsleiter im Jugendamt des Landkreises, der Stadt Bobingen präsentierte.

Durch seinen relativ hohen Anteil an Bürgern mit Migrationshintergrund habe Bobingen eine besondere Herausforderung. Eher positiv sieht er deshalb den Anstieg der erzieherischen Hilfen für Minderjährige durch das Jugendamt. Viele osteuropäische Mitbürger hätten in ihrer Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit dem Staat gemacht. Umso erfreulicher sei es deshalb, wenn gerade diese Familien nun Vertrauen gewännen und sich helfen ließen.

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Als einen wichtigen Indikator eines sozialen Brennpunktes bezeichnet Neumeier die Jugendkriminalität. Dass die Jugend heute krimineller sei als früher, will er jedoch nicht gelten lassen. Vielmehr habe sich das Meldewesen geändert. Fakt sei aber auch, dass sich die Qualität der Fälle geändert habe.

Die Kriminalitätsrate ist leicht zurückgegangen

So sei im Landkreis ein Zuwachs von 15 Prozent bei Gewaltdelikten zu verzeichnen. Erfreulich für Bobingen: Hier sei die Kriminalitätsrate leicht zurückgegangen und liege knapp unter dem Landkreisdurchschnitt. Ein großes Handlungsfeld sieht Neumeier bei Scheidungskindern und Kindern von Alleinerziehenden. Der Bedarf an erzieherischen Hilfen liege hier in der Regel zehn mal höher. So würden etwa 70 Prozent aller erzieherischen Hilfen auf diese Gruppe entfallen.

Bei der Jugendarbeitslosigkeit liege der Landkreis nach wie vor rund 18 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Bobingen weise dabei mit 1,9 Prozent sogar einen Wert unter dem Landkreisschnitt (2,19 Prozent) auf. Deutlich sei hier geworden, dass bei Jugendlichen mit massiven Sprachproblemen auch die größte Arbeitslosigkeit vorzufinden sei. Es sei keine Seltenheit, dass Kinder, die bereits in der dritten Generation hier leben, noch immer keine ausreichenden Deutschkenntnisse hätten. Bobingen befinde sich auf dem richtigen Weg, was nicht zuletzt auch der deutlich geringere Anstieg des Jugendhilfeindexes im Vergleich zum Landkreis aufzeige. Die soziale Arbeit fruchte und auch Menschen mit Migrationshintergrund würden beginnen, sich hier heimisch zu fühlen. Im Stadtrat gab es von allen Fraktionen durchwegs großes Lob für die Jugendarbeit vor Ort. Dies sei Bestätigung, aber auch Auftrag, in dieser Richtung weiter zu machen.

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