Beim bayerischen Schülerwettbewerb zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009 kann Königsbrunn einen Doppelsieg vermelden: In der Kategorie "Klasse neun bis 13" geht der erste Preis an die 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Königsbrunn und der zweite Preis an die Klasse 9 b der Via-Claudia-Realschule. Von Marcus Planckh

Von Marcus Planckh
Königsbrunn. Beim bayerischen Schülerwettbewerb zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009 kann Königsbrunn einen Doppelsieg vermelden: In der Kategorie "Klasse neun bis 13" geht der erste Preis an die 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Königsbrunn und der zweite Preis an die Klasse 9 b der Via-Claudia-Realschule. Während man im Gymnasium derzeit noch auf nähere Informationen zur Preisverleihung wartet, kann sich die 9 b der Realschule bereits in ihrem Ruhm sonnen.
Präsentationen stehen nun auch im Lehrplan
"Die Schüler der neunten Klassen müssen ab diesem Schuljahr ihre Fähigkeit zur Präsentation im Rahmen von Projektarbeit üben - und da bot sich dieses Thema an", erklärt Claudia Harbauer, die in der 9 b Mathematik, Physik und Informatik lehrt. Gemeinsam mit der Klassenleiterin Sieglinde Müller, der Deutsch- und Geschichtslehrerin der Klasse, leitete Claudia Harbauer das Projekt "Via-Claudia-Astroklasse".
Auftakt der über vier Wochen im Oktober verteilten Projektarbeit war ein Besuch im Deutschen Museum. Die Schülerinnen und Schüler bildeten Dreiergruppen und wählten sich eines von acht Themen, wie "Mond", "Mars" oder "Raumfahrt".
Der besondere Ansatz bestand darin, dass die Gruppen ihr Thema in sämtlichen Fächern bearbeiteten. So entstanden im Fach Geschichte Zeitleisten zur Entwicklung der Astronomie, im Deutschunterricht Interpretationen romantischer Mondgedichte, im Fach Musik die musikalische Umrahmung der Präsentationen, in Kunst ein T-Shirt zum Projekt "Astroklasse" und gestaltete Projektordner.
Biblisches Weltbild und Sterndeuterei im Religionsunterricht kontrastierten mit Physikexperimenten und mit Informationen über den Aufbau des Blauen Planeten im Fach Erdkunde.
Die Schüler fragten unter anderem Bauern, wie viel Bedeutung der Mondkalender noch für sie hat und holten sich Informationen in der nahegelegenen Stadtbücherei, die dafür eine spezielle Bücherkiste zusammenstellte.
Die Fortschritte der Teamarbeiten wurden in der Internet-Lernplattform Moodle eingetragen. Die Schüler lernten, sich selbst zu organisieren und ihre Ergebnisse zu dokumentieren - auch das Fach Informatik war durch den Gebrauch von Präsentationssoftware und Videoschnitt integriert. "Die Teamarbeit hat der Klassengemeinschaft gutgetan", spürt Schülerin Ramona Schuler.
Die Präsentationen wurden nicht nur vor den Mitschülern gehalten, sondern auch vor den eingeladenen Eltern - was noch mal einen Grad schwieriger war, wie ihr Klassenkamerad Daniel Wünsch zugibt.
"Nachdem wir unser Projekt für den Wettbewerb eingereicht und länger nichts gehört hatten, fragten wir uns schon, ob wir Chancen gegen all die Gymnasien haben", erinnert sich Claudia Harbauer. Deshalb freut sie sich jetzt besonders, dass der fächerübergreifende Ansatz der Realschule so gut ankam.
Einzige Realschule unter neun Teilnehmern
Dr. Felicitas Mokler vom Albert-Einstein-Institut in Hannover, eine der Initiatorinnen des Wettbewerbs, bestätigt dies im Gespräch mit unserer Zeitung: "Wir waren sehr beeindruckt von der Leistung der Realschüler." Die Via-Claudia-Schule war die einzige Realschule unter den neun Teilnehmern in der Klasse neun bis 13. Insgesamt haben bayernweit 19 Schulen teilgenommen.
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