Dienstag, 12. Dezember 2017

12. Oktober 2017 20:00 Uhr

Schwabmünchen

Diese Bergung ist missglückt

Die Kreiswasserwacht wollte an der Wertach neue Ausrüstung testen. Warum sie die Übung abbrechen musste. Von Christian Kruppe

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Taucher der Wasserwacht warten auf ihren Einsatz. Es sollten Gitter, rechts oben im Bild ist noch eines zu sehen, geborgen werden.
Foto: Christian Kruppe

Als Anfang Juli dieses Jahres mit einem Großaufgebot an der Wertach im Umfeld der Schwabegger Brücke eine vermisste Person gesucht wurde, kam auch ein Sonarsystem zum Einsatz. Nach langer Suche stellte sich im Nachgang heraus, dass wohl niemand in der Wertach ertrunken war.

Trotzdem wurde das Sonar fündig. Im Umfeld der Brücke bei der Wertachau ortete das Gerät große Gegenstände. Wie sich herausstellte, handelt es sich hierbei um Schutzgitter, die eigentlich unter der Brücke angebracht sind. Das ist nicht der einzige Fund. Wie berichtet, holten jüngst Taucher der Polizei einen alten Tresor aus dem Wasser.

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Graffiti unter der Brücke lassen vermuten, dass das Gitter von Vandalen beschädigt wurde. Die Wasserwacht Schwabmünchen wollte nun zusammen mit ihren Königsbrunner Kollegen diese Gitter aus der Wertach bergen.

Sogar Fahrzeuge können mit der Ausrüstung aus Gewässern geborgen werden

Dazu sollte spezielle Ausrüstung zum Einsatz kommen. Denn seit Kurzem verfügt die Kreiswasserwacht über einen in Bayern einzigartigen Hänger mit Ausrüstung zur Bergung von Gegenständen aus Gewässern. „Mit dieser Ausrüstung können wir sogar Fahrzeuge in der Größenordnung eines mittleren SUV bergen“, sagt Michael Happernagl von der Kreiswasserwacht.

Daher sollten die Gitter in der Wertach bei Schwabmünchen kein Problem darstellen. Schwabmünchens Wasserwacht-Ortsvorsitzender Michael Ringel hat sich schon auf die Bergung gefreut. „Das wäre eine wichtige Übung gewesen.“ Denn nichts ist wichtiger als der sichere Umgang mit dem Gerät bei einer Bergung. „Dort sind viele Seile unter Wasser, die Sicht ist nicht immer optimal. Da muss jeder Handgriff sitzen“, so Ringel. Doch aus der Übung wurde nichts. Der erste Taucher konnte zwar die Gitter lokalisieren, riet aber von einer Bergung ab. „Die Sicht am Grund der Wertach war gleich null. Zwar ließe sich trotzdem eine Bergung durchführen, aber die ist dann mit viel Risiko verbunden“, so Happernagl. Da von den Gittern keine Gefahr ausgehe, haben sich die Taucher entschlossen, die Bergung zu verschieben. „Wenn die Bedingungen in der Wertach besser sind, kommen wir wieder“, so die Wasserwachtler.

Der Grund für die schlechten Bedingungen ist einfach. Ralf Klocke von Wasserkraftwerkbetreiber BEW klärt auf: „Wir wussten von dem Einsatz und waren darauf vorbereitet. Doch im Oberallgäu gab es viel Regen, es kamen rund 20 Kubikmeter Wasser mehr als sonst die Wertach runter. Daher wurden am nördlich der Brücke gelegenen Stauwehr die Überlauftore geöffnet.“ Somit stieg die Fließgeschwindigkeit der Wertach sichtbar an. Durch die stärkere Strömung werden Sand und Schlamm im Fluss aufgewirbelt, die die Sicht dann deutlich reduzieren.

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