Ehemalige Absolventen erinnern sich gerne an ihre Zeit in der Ausbildungswerkstatt beim Jagdbombergeschwader in Lagerlechfeld zurück



Lagerlechfeld 50 Jahre liegt es zurück, dass am 1. September 1961 fünf Flugzeugmechaniker und acht Kraftfahrzeugschlosser ihre Lehre in der damals neu errichteten Ausbildungswerkstatt der Luftwaffe beim Jagdbombergeschwader 32 (JaboG 32) in Lagerlechfeld begonnen haben. Bis heute wurden dort 1179 junge Menschen, darunter 42 Frauen, ausgebildet. Grund genug, das 50-jährige Bestehen gebührend zu feiern. Nach dem offiziellen Festakt am Freitag (wir berichteten) wurde am Samstag zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Gekommen sind nicht nur einige der „Ehemaligen“, sondern auch Interessierte, die sich über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren oder einfach einen Blick hinter die Kasernenmauern werfen wollten.
Rund 300 Bewerber jedes Jahr
„Für mich war die Lehre der Grundstein für mein späteres Leben und bei der beruflichen Laufbahn immer sehr hilfreich“, erzählt Wolfgang Weimer aus Schwabmünchen. Vor 45 Jahren hatte er im JaboG seine Lehre begonnen. Auch nach dem Abschluss ist er „der Bundeswehr treu geblieben“ – als technischer Beamter. Im Anschluss hatte er Maschinenbau studiert und ein Aufbaustudium als technischer Umweltschützer absolviert.
Nach verschiedenen beruflichen Stationen ist er seit 2000 bei der Lehrmittelwerkstatt der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck tätig. Bei regelmäßigen Treffen mit seinen ehemaligen Kollegen werden Erinnerungen und Erfahrungen ausgetauscht. „Man ist schon neugierig, wie sich der eine oder andere entwickelt hat.“ Die meisten gut: Denn „in all den Jahren haben bis auf zwei alle die Abschlussprüfung geschafft“, erzählt Ausbildungsleiter Siegfried Pohl. „Darauf sind wir natürlich stolz, besonders weil die Ausbildung sehr anspruchsvoll ist.“ Für die Absolventen ist die Ausbildung eine wichtige Grundlage für alle weiteren Tätigkeiten. Sie sind danach sowohl bei der Bundeswehr als auch bei namhaften Firmen der Luft- und Raumfahrtindustrie als Fachkräfte begehrt.
Infrage für einen Ausbildungsplatz kommen Abgänger „quer durch die Schullandschaft“ mit mindestens einem qualifizierendem Hauptschulabschluss sowie der durchschnittlichen Note von 2,5 in Mathematik, Englisch, Physik und Deutsch. Rund 300 Jugendliche reichen jährlich ihre Bewerbungen ein. Die besten 32 Bewerber bekommen einen Ausbildungsvertrag: 20 als Fluggerätmechaniker und zwölf als Elektroniker für Geräte und Systeme. „Im Schnitt werden 37 Prozent der Auszubildenden als Bundeswehr- oder Zivilmitarbeiter übernommen“, berichtet Pohl.
Benedikt Schaffner aus Langerringen ist einer der aktuellen Azubis. Im September 2009 hat er seine Ausbildung zum Fluggerätmechaniker begonnen. Die Ausbildung, die ihm „sehr viel Spaß macht“, betrachtet er als etwas „sehr Spezielles“, mit Möglichkeiten, die „es nicht überall gibt“. Was er nach dem Abschluss machen werde, weiß er noch nicht genau. „Mal schauen“, sagt er. Die anstehende Bundeswehrreform betreffe ihn als Auszubildenden zwar nicht direkt, auf längere Sicht sei es aber „schon eine Hängepartie“, meint er.
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