Montag, 23. Oktober 2017

05. April 2013 07:32 Uhr

Lechfeld

Ein Verein gegen das Vergessen

 Seit dem 1. April sind keine Tornados mehr auf dem Lechfeld stationiert. Ehemalige Soldaten wollen die Tradition erhalten

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Wollen die Erinnerung an den Luftwaffenstützpunkt auf dem Lechfeld nicht sterben lassen (von links): Generalleutnant Peter Schelzig (Befehlshaber Luftwaffenführungskommando), General a.D. Bruno von Mengden (Vorsitzender der Traditionsgemeinschaft), Oberstleutnant Thomas Dohler (Kommodore Jabo G 32) und der Inspekteur Luftwaffe,General Karl Müllner.
Foto: Raimund Hach

 Raimund Hach macht aus seinen Gefühlen kein Geheimnis. Für den ehemaligen Bundeswehr-Offizier waren die vergangenen Monate keine leichte Zeit. Als „schlimm“ bezeichnet er den Abzug des Jagdbombergeschwaders 32 vom Lechfeld. Als unbegreiflich. Hoch denkt wie viele andere ehemalige Soldaten des Lechfelder Fliegerhorstes. Die Verlegung der Einheit hat für viel Kopfschütteln gesorgt. Aber auch für viel Aktionismus.

Denn Hach will zusammen mit einigen Gesinnungsgenossen den Abzug der JaboG 32 nicht einfach so hinnehmen. Will nicht einfach zulassen, dass die Erinnerung an diesen mit Tradition behafteten Standort einfach so vergessen wird. Und ist deswegen eines der Gründungsmitglieder der „Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 32“: „Die Erinnerung an dieses Geschwader darf nicht verloren gehen“, sagt der ehemalige Stabsfeldwebel. „Das hat ein Geschwader mit 55-jähriger Tradition nicht verdient.“

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Es spricht viel Wehmut aus den Worten des Klosterlechfelders mit. Viel kann er aus seiner Zeit beim Geschwader berichten. 13 Jahre war er hier stationiert. Erlebte die ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr hautnah mit. Ist stolz auf das damals Geleistete: „Das war schon eine verrückte Zeit“, sagt Hach rückblickend. „Wir waren in Piacenza die ersten Bundeswehrsoldaten, die auf fremden Boden im Einsatz waren. Auch das ein Zeichen, dass wir zu den Besten in Deutschland gehörten.“

Und jetzt: 18 Jahren später hob der letzte Tornado vom Lechfelder Flugfeld ab. Die Zeit des Jagdbombergeschwaders 32 ist endgültig Vergangenheit. Vergessen sind die Tornados auf dem Lechfeld allerdings nicht. Und sollen aus Sicht Hachs und seiner Mitstreiter auch nie werden. Deswegen die Gründung der Traditionsgemeinschaft: „In fast jeden der aufgelösten Bundeswehrstandorte haben sich solche Vereine gegründet“, erzählt der 67-Jährige. „Auch nach meiner Pensionierung blieb immer eine gewisse Verbindung zum Geschwader bestehen. Das sol auch in Zukunft so bleiben.“

41 Mitglieder hat der nicht eingetragenen Verein mittlerweile. Das hört sich nach nicht viel an. Auf der Facebook-Seite hat die Traditionsgemeinschaft allerdings schon über 1200 Freunde. Ein deutliches Zeichen, dass das Interesse an einem solchen Zusammenschluss besteht. Auch wenn das Verhältnis zwischen Mitgliedern und Facebook-Freunden noch nicht dem entspricht, was sich der Vorstand erhofft.

Doch die Traditionsgemeinschaft braucht die Mitglieder. Denn die Ziele, die sich der Verein gesteckt haben, sind hoch: Pflege der Tradition der ehemaligen Dienststellen, Pflege der Kameradschaft, Unterstützung der Militärgeschichtlichen Sammlung, Durchführung von Informations- und Kameradschaftsveranstaltungen. Die Liste ist lang. So lang, dass man noch dringend Unterstützer braucht: „Wir werden uns auf den großen Festen wie dem Wasserturmfest oder dem Oktoberfest als Traditionsgemeinschaft mit einbringen“, sagt Hach. „Aber dafür brauchen wir auch noch Unterstützung. Kurz-, mittel- und langfristig.“

Kontakt über die Homepage www.jabog32.de oder Mail kontakt@jabog32.de

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