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13. August 2009 18:55 Uhr

Neues Elektro-Auto aus Bobingen

Ein ultraleichter Transporter fährt in die automobile Zukunft

Firmen der Region erfinden das Auto neu: Der Transporter U3C punktet mit Leichtbau, Umweltfreundlichkeit und einem Elektroantrieb. Von Pitt Schurian

Die Bundesregierung will Deutschland mit der Entwicklung von Elektrofahrzeugen weit nach vorne bringen. Und Bayern ist eine wichtige Testregion dafür. Hinter entsprechenden Zeitungstiteln vom vergangenen Mittwoch steckt bereits eine Menge Vorarbeit in der Wirtschaft und der Politik. München will damit als "Modellregion Elektromobilität" schnell Fahrt aufnehmen. Helfen soll dabei auch ein Fahrzeug made in Bobingen.

Die Väter des ultraleichten, sauberen Stadt-Transporters U3C sammeln hier immer mehr Kompetenz und Mitstreiter (wir berichteten). Im Industriepark haben sie dazu schon eine eigene Firma etabliert. Mitgliedsfirmen der eingetragene Genossenschaft entsenden dorthin 15 Mitarbeiter für das gemeinsame Automobil-Projekt.

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Zur Entwicklung und dann zur Fertigung wollen auch Nachbarn im Industriepark beitragen: ABB (Metallverarbeitung), Trevira, Teijin und Johns Manville (Leichtbaumaterial). Für die Gesamtentwicklung ist die Holzer-Firmengruppe verantwortlich. Sie ist von Bobingen aus längst mit Fahrzeugveredelung und Motorsport-Entwicklungen erfolgreich. Gemeinsames Dach aller Mitglieder beziehungsweise Firmen aus der Region und darüber hinaus ist eine Genossenschaft mit dem Namen "Lisbet".


Auch das klingt vertraut, ist aber ebenso wie die Bezeichnung des Elektro-Transporters eine Abkürzung englischer Begriffe. Und diese stehen ebenso wie U3C für Leichtbau, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit in einem Transportsystem mit Elektroantrieb.

Energiegeladener Motor des Projektes ist der Generalbevollmächtigte Gerhard Nähr aus Wehringen. Er war lange Zeit in der Automobilbranche an führenden Stellen angestellt und ist inzwischen selbstständig.

Jede Entwicklung braucht einen Markt. Auch den haben Lisbet und U3C schon gefunden. Es geht um die gewerbliche Nutzung als Transporter im Güter- und Personenverkehr. Gedacht ist dabei an ein Kurierfahrzeug beziehungsweise einen Transporter, den zunächst die Münchner Stadtwerke bis zur Serienreife testen wollen.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigten Gerhard Nähr und Günther Holzer in dieser Woche noch einmal ihren Zeitplan. Im Frühjahr 2010 sollen die ersten Prototypen fertig sein. Bis zum Sommer 2011 soll eine Flotte von 60 Wagen im Einsatz bei den Stadtwerken in München laufen.

Die Herausforderung steckt für Holzer in den vielen Innovationen: "Einen Großteil davon haben wir schon, den anderen Teil muss man leben. Mit jedem Tag wird ein Teil leichter, besser, neuartiger." Und es geht auch darum, die Einzigartigkeit ihrer kompletten Neuentwicklung für eine industrielle Serienfertigung tauglich zu machen, ebenso natürlich wie für den Einsatz auf unterschiedlichsten Straßen.

Ihr U3C werde nicht vergleichbar sein mit einem herkömmlichen Auto, betont Gerhard Nähr. Sie würden nicht einfach ein gewohntes Auto bauen, nur leichter machen und mit einem neuen Antrieb versehen. Vielmehr würden sie ein Fahrzeug vollkommen neu entwickeln. "Ein neues Konzept von Grund auf", verspricht Nähr. Dabei soll U3C aber auch allen bekannten Ansprüchen genügen. Ausdrücklich nennt Nähr da auch "volle fünf Sterne für die Crashsicherheit."

Vom Bundesverkehrsministerium wurde das Bobinger Projekt bereits in die Kategorie A und damit in die engere Auswahl für eine staatliche Förderung aufgenommen.

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