Montag, 20. November 2017

05. September 2017 11:00 Uhr

Königsbrunn

Eine zweite Heimat im Haus am See

Nachwuchssorgen kennt man bei der Wasserwacht-Ortsgruppe auch nach 50 Jahren Bestehen nicht. Was die Jugendlichen an der Aufgabe begeistert und wie man Rettungsschwimmer wird. Von Claudia Deeney

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„Ich habe ein schönes Haus am See“, antwortet die 17-jährige Celine Zapf fröhlich auf die Frage, warum es sie zur Wasserwacht zieht. Gemeint ist das Wasserwachthaus am Ilsesee als Treffpunkt für die Mitglieder und Zapf zitiert Zeilen aus dem Lied „Haus am See“ von Peter Fox. Die dort ebenfalls besungenen Orangenblätter auf dem Weg fehlen und das hat vor allem Platzgründe.

Wenn die weiße Fahne gehisst wird, bedeutet das für die Badegäste, dass die zum Haus gehörenden Toiletten offen sind und benutzt werden können. Aber eben nur diese. Terrasse und Rasenfläche sind tabu für nicht Wasserwachtler und durch Ketten beziehungsweise Büsche auch abgegrenzt. Was trotzdem viele Menschen nicht abschreckt und den Ortsvorsitzenden Christian Peter und seine Leute dazu zwingt, die ungebetenen Besucher wegzuschicken.

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Beim Einsatz kann man nicht Zick-Zack laufen

Denn genauso wenig wie für Orangenbäume hat die Wasserwacht Platz auf dem Gelände für Menschen, die sich dort sonnen oder baden möchten. „Wenn wir zu einem Einsatz aufs Wasser müssen, ist Eile angesagt, da können wir nicht im Zick-Zack-Kurs um Kinder und Erwachsene laufen“, erklärt Peter. Das gilt auch für den Steg ins Wasser.

Jeder Einsatztag auf dem Gelände fängt damit an, dass die eventuell benötigten Hilfsmittel auf der Wiese bereitgelegt und eines der Boote in Stellung gebracht werden. Die Taucher bereiten die Neopren-Anzüge und Sauerstoffflaschen vor, jeder weiß genau wo seine Sachen im Ernstfall liegen und jeder Handgriff muss dann sitzen. Auch deshalb können es die Wasserretter nicht dulden, dass sich Unbefugte auf dem Gelände aufhalten, denn das Zubehör ist auch teuer und viele der laufenden Kosten, wie Sprit für die Boote oder die Wartung müssen von der Wasserwacht Königsbrunn selbst getragen werden.

Verbandsmaterial kaufen die Wasserwachtler selbst

Obwohl die Aufgabe sehr wichtig ist und Leben rettet und die Wasserwachtler diesen als Berufung empfinden, ist es nicht der Beruf, mit dem sie Geld verdienen. „Ganz im Gegenteil, wir gehen arbeiten um Geld zu verdienen, das wir dann hier reinstecken“, erklärt Peter. Alle sind ausschließlich ehrenamtlich tätig und wenn verletzte Personen am See Pflaster oder Verbandsmaterial brauchen, dann zahlen letztendlich die Wasserwachtler diese Materialien selbst. Doch obwohl der Dienst kein leichter ist, viel Freizeit dabei draufgeht und die Ausbildung aufwendig ist, plagen die Wasserwacht zumindest in Königsbrunn keine Nachwuchssorgen. Das Interesse der Jugendlichen ist sogar so groß, dass in diesem Jahr der zweiwöchige Lehrgang zum Wasserretter mit insgesamt rund 100 Stunden in der Brunnenstadt stattfand. 17 Teilnehmer (davon vier der Wasserwacht Königsbrunn) aus Augsburg und Umgebung nahmen daran teil und alle bestanden die Prüfungen.

„Wir bilden selbst aus und betreiben intensiv Nachwuchsaufbauarbeit“, sagt Christian Peter und das mache sich bezahlt. Um die 50 Jugendliche ab 16 Jahre sind zurzeit in der Brunnenstadt aktiv, unter ihnen auch Lukas Kothgasser. Der 16-Jährige hat die Prüfungen ebenfalls bestanden und ist jetzt Wasserretter. Seine Antwort auf unsere Frage: Warum Wasserretter? „Ich habe viel Neues dazugelernt, es ist abwechslungsreich und wichtig. Außerdem macht es Spaß, mit der Ortsgruppe zusammen zu sein.“

Wie das Rote Kreuz, nur mit Schwimmen

Bevor man überhaupt mit der Ausbildung zum Wasserretter beginnen kann, muss der Schwimmer oder die Schwimmerin neben dem Erste-Hilfe-Kurs auch das Deutsche Rettungsschwimmerabzeichen in Silber abgelegt haben. In dem zweiwöchigen Kurs zum Wasserretter werden dann theoretische und praktische Inhalte vermittelt. So lernen die Jugendlichen beispielsweise, wie sie sich im Rettungsboot zu verhalten haben oder wie sie die Taucher unterstützen, jemanden aus dem Wasser zu holen. „Im Grunde können wir das Gleiche wie die Kollegen vom Roten Kreuz, nur dass wir zusätzlich schwimmen“, erklärt Peter mit einem Augenzwinkern.

Nach der Grundausbildung kann sich jeder einzelne nach seinen Vorlieben weiter spezialisieren, beispielsweise zum Bootsführer, Taucher oder sich im Bereich des Gewässernaturschutzes engagieren. Die Einsatzleitung ist dann schon ziemlich ein Job an der Spitze, dafür müssen die Bewerber allerdings einiges an Erfahrung mitbringen.

Soweit schauen die Jugendlichen in diesem Sommer noch nicht. Sie schieben Wache, helfen und genießen wie viele tausend Badegäste auch den Sommer, der bis Ende August ausgesprochen schön war.

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