Über einige Stationen hat es der in Königsbrunn aufgewachsene Jerome Flaake in die Deutsche Eishockey Liga zu den Kölner Haien geschafft. Momentan steht er sogar unter Beobachtung für einen Vertrag in der NHL in Amerika. Vor wenigen Wochen kehrte er in die Brunnenstadt zurück, um das erste Bully beim Freundschaftsspiel der Junioren-Pinguine gegen ein kanadisches Collegeteam zu werfen. Dort sprachen wir mit ihm.
Wie sind Sie zum Eishockey gekommen?
Flaake: In meiner Grundschule wurde damals ein Ferienkurs mit verschiedenen Sportarten angeboten. Da wählte ich Eishockey und am Ende gefiel es mir so gut, dass ich mich bei den Pinguinen aus Königsbrunn für Eishockey angemeldet habe.
Wie sah Ihre sportliche Karriere bislang aus?
Flaake: Nach meinem Start in Königsbrunn bin ich mit dreizehn Jahren zum AEV nach Augsburg gewechselt. Mit 15 bin ich dann zum SC Riessersee nach Garmisch in die DNL (Deutsche Nachwuchs Liga). Von da verschlug es mich mit 16 Jahren zu den Jungadlern aus Mannheim und schon ein Jahr später in die DNL zu den Junghaien Köln. Dort habe ich auch gleichzeitig schon in der DEL mitgespielt. Seit meinem 18. Lebensjahr spiele ich nur noch in der Deutschen Eishockey Liga bei den Kölner Haien.
Wie sieht Ihr Profi-Alltag aus?
Flaake: Meistens stehe ich gegen halb neun auf, frühstücke und fahre dann ins Eisstadion. Das Training ist von 10 bis 14 Uhr. In den vier Stunden haben wir nach dem Aufwärmen viel Stabilisationstraining. Es folgt das Eistraining und Kraft- bzw. Konditionstraining. Zur Saisonvorbereitung haben wir manchmal auch zweimal am Tag Training. Danach gehe ich oft mit Mannschaftskollegen zum Mittagessen, Kaffee trinken eventuell auch shoppen und Freunde treffen. Abends treffen wir uns zum Entspannen im Wellnessbad oder ich setze mich vor den PC.
Was fasziniert Sie am Eishockey?
Flaake: Eishockey macht mir einfach Spaß und Freude. Es ist ein schneller Sport, der hart ist und mich jeden Tag neu herausfordert. Eishockey ist mein Leben. Mein Traum, mein Hobby zum Beruf machen zu können, ist in Erfüllung gegangen.
Sie wurden für die NHL ,gedraftet'. Was muss sich der Leser unter dem Begriff vorstellen?
Flaake: "Gedraftet" bedeutet, dass man über mehrere Jahre hinweg von verschiedenen Teams der NHL (National Hockey League), insbesondere bei Weltmeisterschaften, beobachtet wird. Der NHL-Draft findet jedes Jahr für verschiedene Jahrgänge statt. In meinem Fall war ich der Jüngste des Jahrgangs '90. Der Draft besteht aus sechs Runden. In jeder Runde befinden sich 30 Mannschaften, sprich 30 Spieler. Im Prinzip werden beim Draft die besten 180 Spieler der Welt gewählt. Kurz vor dem Draft fliegt man dann zu einem von Jahr zu Jahr verschiedenen Ort. Bei mir war es Toronto. Dort werden Interviews geführt sowie Fitnesstests und ärztliche Untersuchungen gemacht. Schließlich wird man von einem Team gewählt und hat drei Jahre Zeit sich zu beweisen, um einen Vertrag zu bekommen. Entweder beginnt man dann dort in der NHL zu spielen oder bei einem Partnerteam des Clubs. Ich wurde von den Toronto Maple Leafs gedraftet. Deshalb fahre ich jedes Jahr zu einem Camp und trainiere dort drei Wochen unter ständiger Beobachtung der Trainer. Auch unter der Saison bei den Haien hat man ein Auge auf mich. Noch habe ich zwei Jahre Zeit mich für einen Vertrag zu beweisen.
Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Flaake: Ich arbeite hart an mir, will noch so viel wie möglich aus mir herausholen und mich weiterentwickeln, um den Sprung in die NHL zu schaffen. Es ist die beste Liga der Welt und der Traum eines jeden Eishockeyspieler, dort zu arbeiten.
Haben Sie noch Kontakte zu Freunden und Bekannten aus Königsbrunn?
Flaake: Natürlich habe ich noch guten Kontakt zu meinen Freunden in Königsbrunn. Ich freue mich immer wieder, nach Hause zu kommen, zu meiner Familie oder den ganzen Bekannten von früher. Leider habe ich nicht die Zeit, oft nach Hause zu fahren, eigentlich nur einmal im Jahr am Saisonende für ein bis zwei Monate.
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