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16. März 2010 19:11 Uhr

Königsbrunn

Firmengründer hinter dem Scheinwerferlicht

Findig sind sie, die beiden jungen Studenten aus Königsbrunn und Haunstetten. Schon neben dem Studium bauen sie sich ihre eigene Existenz auf. MMH heißt ihre Firma für Veranstaltungstechik. Eine Abkürzung, die ihren Sinn hat. Von Manuela Antosch

Königsbrunn. Viele Studenten fordern derzeit Veränderungen an den Universitäten, um später am Arbeitsmarkt bessere Chancen zu haben. Zwei junge Männer aus Königsbrunn und Haunstetten sind da schon einen Schritt weiter. Sie bauen sich bereits neben dem Studium ihre eigene Existenz auf.

Benjamin Girr und Stephan Demharter haben dazu ein Unternehmen für Ton- und Lichttechnik gegründet. Der Name ihrer Firma ist gleichzeitig auch ihr Motto: MMH - das steht für "Mach ma Hall" und "Mach ma hell". Die beiden sind Chefs und auch die fleißigsten - weil einzigen - Mitarbeiter, so wie an diesem Freitag auf einer Konzertbühne. Benjamin Girr hämmert die Traverse zusammen. Dann heben beide das Metallgestänge auf die Teleskopständer, montieren die Lichtstrahler und kurbeln das Ganze nach oben. Stephan Demharter schließt zwei Schaltpulte an. Flink drückt er auf Tasten, dreht an Knöpfen.

Er programmiert ein, wie die Strahler während des Konzerts aufleuchten sollen. Dazu kommen ein "Wizard"-Lichteffekt, eine Nebelmaschine und ein Stroboskop - zur mitreißenden Musik gehört heutzutage eben aufwendiges Licht.

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Ihre Firma haben die beiden Studenten Anfang 2007 gegründet. Schon zuvor hatten sie in Schule und Pfarreien bei Theater und Konzerten die Technik gemacht und dafür nach und nach Ausstattung gekauft. Mit dem Entschluss, eine Firma zu gründen, kam viel Papierkram auf sie zu, erinnert sich Benjamin Girr:

Die Rechtsform Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kurz GbR, hat er beim Ordnungsamt angemeldet. Für eine GmbH, so erläutert Girr, wäre ein Stammkapital von mindestens 25 000 Euro nötig gewesen. Die GbR erfordert keine Stammkapital, außerdem sind hier - im Gegensatz zur KG - beide Gesellschafter gleichberechtigt.

Mittlerweile ist die Buchhaltung nicht mehr so stressig

Das Finanzamt wollte am Anfang jeden Monat eine Voranmeldung der Umsatzsteuer. "Mittlerweile reicht die Einnahme-Überschuss-Rechnung jedes Quartal, das ist nicht mehr so stressig", berichtet Girr erleichtert. Der 21-Jährige studiert Volkswirtschaftslehre und kümmert sich in dem kleinen Unternehmen um die Buchhaltung. Stephan Demharter - er ist 22 und studiert Verfahrenstechnik Papier und Verpackung - wartet die Geräte, lötet Kabel zusammen und kümmert sich um den Einkauf. Die Aufträge führen sie zusammen aus. Konzerte, Partys, Abiturbälle, Geburtstagsfeiern, Gottesdienste. Im Sommer und im Fasching gibt es besonders viel zu tun. Deshalb müssen die beiden auch gleich weiter. In einem Pfarrsaal richten sie für ein anderes Konzert Licht und Ton ein. Diesmal in kleineren Dimensionen: zwei Mikrofone für die Sänger, eines für die Gitarre - und ein kleines Mischpult, das die Musiker selbst bedienen können.

Fürs Licht reichen diesmal zwei Theaterspots. Demharter steigt auf die Leiter und richtet die Leuchten aus. Plötzlich beginnen die Scheinwerfer zu rauchen und zu stinken. "Die sind neu, das ist nur der Staub", beruhigt Demharter die Musiker. Nach einigen Minuten haben sich die Schwaden verzogen. Soll die Ausstattung mal einige Nummern größer ausfallen, dann mietet MMH Material bei Grandel Tontechnik in Haunstetten. Die Mitarbeiter dort haben ihnen viel beigebracht; Girr und Demharter konnten sogar zu Veranstaltungen mitgehen und zuschauen.

Den Verdienst aus Aufträgen stecken die beiden in neues Material. "Wir wollen einen Grundstock aufbauen", erklärt Girr. Mit der Technik seien sie schon recht weit, sagen die Studenten zufrieden. Nun wollen sie ihr Angebot auf den gesamten Bereich "Event" ausdehnen - und neben Licht und Ton zum Beispiel auch Getränke und Partyservice organisieren. Eine Marktlücke sieht Girr, der auch in der Königsbrunner Pfarrjugend aktiv ist, bei Veranstaltungen von Kirchengemeinden. Besonders viel Spaß machen den beiden spektakuläre Lichtshows. Doch sie akzeptieren auch kleine Aufträge, erläutert Benjamin Girr, "auch wenn jemand nur zwei Funkmikrofone braucht". Derzeit führen die beiden die Firma neben dem Studium. Sie können sich aber gut vorstellen, die Licht- und Tontechnik zu ihrem Beruf zu machen, so Benjamin Girr: "Wenn es erfolgreich ist, wollen wir es auf jeden Fall weitermachen."

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