Wie erwartet, hat nun auch die Gemeinde Langerringen Einwendungen gegen das geplante Heizkraftwerk der Ettringer Firma Lang erhoben, da "durch dieses Vorhaben das Recht der Langerringer Bürger auf Leben, körperliche Unversehrtheit und Eigentum verletzt wird". Langerringen liegt mit dem Ortsteil Gennach im Hauptimmissionsbereich der vorgesehenen Anlage.
Die entsprechende Stellungnahme wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bis auf eine Formulierung einstimmig beschlossen: Abstimmung gab es über die Frage, ob die geplante Verbrennung von Reststoffen aus der Produktion und Ersatzbrennstoffen gänzlich abgelehnt und das Heizkraftwerk nur mit Erdgas betrieben werden sollte oder ob auch Rinde und Papierfangstoffe in den Kessel kommen dürfen.
Die Mehrheit sprach sich schließlich für Letzteres aus. "Wir legen keinen Wert auf Konfrontation", sagte Bürgermeister Konrad Dobler. "Wichtig ist uns, im Dialog mit der Firma Lang zu bleiben, um damit ein Umdenken zu erreichen."
Die Gemeinderatssitzung stieß auf großes Interesse bei den Bürgern. Anwesend waren auch Vertreter der Bürgerinitiative Gennach, die sich von der Langerringer Stellungnahme "eine Signalwirkung" erhofft, wie es Jürgen Weber, Gennacher Ortssprecher, formulierte.
Langerringen war als Träger der öffentlichen Belange aufgefordert, eine Stellungnahme zum Genehmigungsantrag für den Bau eines neuen Heizkraftwerkes der Papierfabrik abzugeben.
Noch bis zum 25. Februar können auch Bürger ihre Bedenken und Einsprüche im Landratsamt oder bei der Gemeinde einreichen.
Der formelle Widerspruch gegen die Verbrennung der im Genehmigungsantrag für die Restverbrennungsanlage aufgeführten Stoffe mit Ausnahme der Rinde und der Papierfangstoffe (intern) wird unter anderem dadurch begründet, dass "die zukünftige Entwicklung der Gemeinde Langerringen, insbesondere des Ortsteils Gennach, nachhaltig gefährdet ist".
Da es keine vergleichbare Anlage in Bezug auf Größe und Art gebe, seien die Bodenbelastungen aufgrund des Schadstoffeintrages nicht absehbar.
Im betroffenen Bereich wurde, war im Gemeinderat zu hören, zudem ein Vorranggebiet für die öffentliche Wasserversorgung sowie innerhalb der Berechnungszone von 4,5 Kilometern ein Wasserschutzgebiet festgesetzt. Zu befürchten sei auch eine Schädigung des ökologisch besonders hochwertigen und wertvollen Gebiets des Gennacher Mooses, heißt es weiter in der Stellungnahme. "Die Gemeinde Langerringen verliert als Wohnort und Naherholungsgebiet erheblich Attraktivität."
Es wird daher gefordert, "dass der bestmögliche Stand der Technik für Filteranlagen an Müllverbrennungsanlagen als Basis im Genehmigungsbescheid anzusetzen ist. Eine weitere uneingeschränkte Forderung der Gemeinde Langerringen ist es, dass der Betrieb der Anlage kontinuierlich zu überwachen, entsprechende Messungen regelmäßig durchzuführen und die festgesetzten Grenzwerte in Abhängigkeit mit der Menge des verbrannten Mülls permanent einzuhalten sind.
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