Acht Gemeinden machen gemeinsam mobil gegen das geplante Heizkraftwerk der Papierfabrik Lang in Ettringen. Hiltenfingen, Hurlach, Igling, Lamerdingen, Langerringen, Obermeitingen, Amberg und Wiedergeltingen haben nun Einwände gegen die Verbrennungsanlage eingelegt und Stellung bezogen. Die acht Gemeinden sind im Verbund "Integrierte Ländliche Entwicklung zwischen Lech und Wertach" (ILE) zusammengeschlossen.

Auch die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Lechleite (AGLL) aus dem Raum Augsburg/Friedberg unterstützt die Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal" bei ihrem Kampf gegen die geplante Müllverbrennungsanlage mit Einwendungen bei der Genehmigungsbehörde. Der Sprecher der AGLL, Josef Metzger, sagt: "Die Bezeichnung Luftkurort für Bad Wörishofen wird zur Farce. Er bemängelt zudem, dass keine alternative Energieversorgung, wie ein Holzhackschnitzelheizkraftwerk untersucht wurde. Dieses habe bezüglich Lufthygiene, Energieeinsparung, Kohlenstoffdioxid-Reduzierung, Image und Versorgungssicherheit eindeutig Vorteile gegenüber der Müllverbrennung.
Langerringens Bürgermeister Konrad Dobler fordert in seiner Stellungnahme für die ILE vor allem eine Nachbesserung der Rauchgasfilterungsanlage, unter anderem eine achtstufige Rauchgasfilterung. Insbesondere sei darauf zu achten, dass durch die beantragte Befreiung zur Lagerung der Brennstoffe keine erheblichen Geruchsbeeinträchtigungen auftreten.
Ortsverbindungsstraßen vom Schwerlastverkehr freihalten
Eine weitere Forderung ist, den Betrieb der Anlage kontinuierlich zu überwachen, entsprechende Messungen regelmäßig durchzuführen und die festgesetzten Grenzwerte in Abhängigkeit mit der Menge des verbrannten Mülls permanent einzuhalten. Gewünscht ist auch eine deutliche Reduzierung der Anlieferung von Fremdmaterial, wie Ersatzbrennstoffe, Reststoffe von anderen Papierfabriken oder Klärschlamm. Der Transport soll hauptsächlich über den vorhandenen Bahnanschluss abgewickelt werden.
Zudem sei zu regeln, dass die Anlieferung von Brennmaterialien ausschließlich über die Staatsstraße (Umgehungsstraße der Gemeinde Ettringen) erfolgt.
Die Ortsverbindungsstraßen sind generell vom Zulieferverkehr und Abtransportverkehr der Firma Lang freizuhalten. Die Firma Lang hat ihre Spediteure strikt anzuweisen, für den reinen Anliefer- u. Zulieferverkehr nicht die Ortsverbindungsstraßen zu benutzen. Auf die Verbrennung von Klärschlamm soll bis auf kleine Restmengen verzichtet werden.
Vor allem der Transport über größere Strecken erscheint aus ökologischer Sicht völlig sinnlos. Sollte die Verbrennung von Klärschlamm genehmigt werden, fordern wir im Genehmigungsbescheid die Anlieferung von kommunalem Klärschlamm auf einen Umkreis von 30 Kilometer zu beschränken.
Grund für die Einwende von Dobler war, dass das Vorhaben der Papierfabrik nicht mit den Zielen der ILE konform geht.
Ein Lebensraum von hoher Qualität
Das Konzept der ILE stellt eine gemeinsame Grundlage für die gezielte Einflussnahme auf die Sicherung und Entwicklung des ländlichen Raumes "zwischen Lech und Wertach" als attraktiven Wohn-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum dar. Leitziel der zukünftigen Entwicklung ist die Profilierung des Raumes als familien- und seniorenfreundlichen Lebensraum von hoher Qualität. In diesem Zuge soll der Raum als Ganzes und seine Angebote überörtlich bekannt gemacht werden und so eine größere Bekanntheit erfahren.
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