Anja Hupfer und Ann-Kathrin Schmitt wollen die Jury mit ihrem höhenverstellbaren Rollstuhl überzeugen


Untermeitingen/Königsbrunn Ein halbes Jahr lang tüftelten, sägten, bohrten und feilten Anja Hupfer und Ann-Kathrin Schmitt an ihrem Projekt. Für den Wettbewerb Jugend forscht bauten die Schülerinnen einen höhenverstellbaren Rollstuhl. Damit wollen die beiden 13-Jährigen morgen und am Freitag die Jury beim Regionalentscheid in Augsburg überzeugen.
Mit ihrer Forschungsarbeit beteiligen sich die beiden Mädchen an „Schüler experimentieren“, dem Nachwuchswettbewerb von Jugend forscht, im Bereich Arbeitswelt. Die Idee zu dem höhenverstellbaren Gerät hatte die Königsbrunnerin Anja Hupfer. Schon oft hat sie ihre jüngere Schwester, die an einer Muskelerkrankung leidet, ins Königsbrunner Förderzentrum begleitet. Dort hat Anja etliche Rollstuhlfahrer kennengelernt und erlebt, wie beschwerlich der Alltag für Menschen mit Behinderung sein kann.
Mit ihrer Idee möchte sie ihnen nun helfen. „Denn sie können zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt die oberen Regale nicht oder nur schwer erreichen“, weiß Anja. Außerdem seien behindertengerechte Wohnungen mit niedrigen Möbeln sehr teuer, erklärt ihre Mitstreiterin, Ann-Kathrin aus Untermeitingen. Ein höhenverstellbarer Rollstuhl würde vielen das Leben erleichtern, waren sich die Mädchen, die das Maria-Stern-Gymnasium in Augsburg besuchen, schnell einig. In ihrem Wahlfach Jugend forscht begannen sie mit der Planung des Modells.
Zunächst mussten sich die beiden Siebtklässlerinnen auf ein Material einigen, aus dem das Modell entstehen sollte. Auf vorgefertigte Bauteile verzichteten die Tüftlerinnen ganz bewusst. „Das ist zwar schwieriger, aber das Handwerken macht uns Spaß“, sagt Anja.
Zu Hause wurde schließlich mit viel Holz fleißig gebohrt, gesägt und geschraubt. Da die beiden in unterschiedlichen Orten wohnen, baute jede für sich ein eigenes Modell. Das Material kam aus dem Baumarkt, das Werkzeug aus dem eigenen Keller. Immer dienstags, in ihrem Wahlfach Jugend forscht, tauschten die Mädchen ihre Ideen oder auch einzelne Bauteile aus, bis es schließlich fertig war.
Passend für eine Barbie-Puppe
„Jetzt ist das Holzmodell genau so groß, dass eine Barbiepuppe darin Platz hat“, erklärt Anja. Den Sitz des Rollstuhls kann man abnehmen. Darunter befinden sich zwei Holzstangen, in die man kleine Metallstifte steckt, um den Sitz zu erhöhen. Ann-Kathrin hat schon genaue Vorstellungen, wie das Modell in echt funktionieren könnte: „Der Sitz würde dann mit Hydraulik nach oben gepumpt werden.“
Das Forschen hat den Schülerinnen großen Spaß gemacht und auch erste Berufsideen geweckt. „Vielleicht werde ich Naturwissenschaftlerin, denn ich experimentiere gerne“, sagt Anja. Jetzt hoffen sie und ihre Freundin Ann-Kathrin erst einmal beim morgigen Regionalentscheid punkten zu können. Dort müssen sie ihr Modell zusammen mit Bildern von der Montage und einer schriftlichen Arbeit der Jury präsentieren. »Augsburg-Teil Seite 38
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