Landkreis Augsburg/Konradshofen Aska vom Rauhen Gehau - welch einen klangvollen Namen die eineinhalbjährige Hündin doch trägt. Auf den ersten Blick ist der Dackel gewiss nicht der Prototyp eines Jagdhundes, wie ihn sich vielleicht der Laie vorstellen mag. Doch dass sie genau das ist, möchte Aska heute bei der Brauchbarkeitsprüfung für Jagdhunde unter Beweis stellen. Die fleißigen Helfer der Jäger sollen zeigen, welche Qualitäten in ihnen stecken. Heuer sind es 15 Hunde, die in den Wäldern um Konradshofen ihre Prüfung ablegen wollen.



VON OLIVER HEIDER
Bei der ersten von fünf Einzelübungen, der sogenannten Schussfestigkeit, ist Askas Herrchen, Wilhelm Wüppel aus Graben, etwas bang. Ob sich die Kleine wohl etwas von ihm entfernen wird? Sehr anhänglich scheint sie zu sein. Doch sie löst sich und geht auf Suche. Plötzlich ein lauter Knall. Wüppel feuert einen Schuss aus seinem Jagdgewehr ab. Aska darf keine Reaktion zeigen - tut sie auch nicht. Erste Prüfung bestanden. "Gut hat sie das gemacht", sagt Wüppel und gibt ihr einen wohltuenden Klaps. Auch bei den anderen vier Hunden in ihrer Gruppe läuft alles nach Plan.
Bei der anstehenden Schweißarbeit müssen die Hunde nun ein durch Schuss verletztes, blutendes Schalenwild suchen und finden. "Dackel sind eigentlich Allrounder", weiß Wüppel. Dass ein Dackel allerdings kein Reh apportieren, also zum Jäger bringen kann, versteht sich von selbst. Dagegen sind sie bei der "Schweißarbeit" Spezialisten. Aska muss allerdings warten. Der Parson-Jack-Russell-Terrier Arni vom Buchwaldweg ist vor ihr dran. Doch leider kommen er und sein Herrchen Karl-Heinz Murnauer etwas deprimiert zurück: "Nicht bestanden."
Am Vortag um 16.15 Uhr wurde ihre "Fährte II" mit einem Viertelliter "Wildschweiß", waidmännisch für das Blut des Wildes, gespritzt. "Wenn sie diese Übung schafft, kann eigentlich nicht mehr viel passieren", glaubt Wüppel und ist zuversichtlich. Aska muss am Ausgangspunkt die Witterung aufnehmen. Mit ihren kurzen Beinchen schlängelt sie sich durch das Gras, die Sträucher, die Äste. Ihre Nase jedoch will sie nicht so recht tiefer legen. Das beunruhigt Wüppel.
Aska wird nicht als "brauchbar" eingestuft
Plötzlich biegt sie nach links ab. Falsche Fährte. Ein zweites Mal setzt sie an einer Markierung an, um kurz darauf rechts zu suchen. "Ein letztes Mal dürfen sie noch die Fährte aufnehmen", weiß Martin Wiedemann, Richter beim Jagdgebrauchshundverband. Doch abermals verschlägt es Aska in die Büsche. Einmal zu viel, leider. "Nicht bestanden", lautet auch bei der süßen Dackelhündin das knallharte Fazit. Und damit hat Aska auch keine Chancen mehr, heute als "brauchbar" eingestuft zu werden. Wüppel ist überzeugt, dass sie sich von einer Fuchsfährte ablenken ließ. "Genau das ist es aber, was wir hier prüfen", sagt Wiedemann. Der Hund muss zielgerichtet, mit einem Tunnelblick quasi, das vorab platzierte Wild aufspüren. Für das Platzieren des Wildes ist heute Kurt Geislinger, der Vorsitzende der Kreisgruppe Schwabmünchen im Landesjagdverband, zuständig. Per Funk teilt er Wiedemann mit, dass sich der nächste Hund auf die Suche machen kann. Jetzt sind drei kleine Münsterländer an der Reihe: Aron, Ayla und Artus vom Hexenwinkel. Keine Probleme haben sie mit ihren Fährten. Auch bei den weiteren Prüfungen, dem Vorsteher-Treiben, dem Feldschleppen und der Wasserarbeit, läuft alles glatt. Dass sie die schwere Prüfung bestanden haben, freut nicht nur die Hunde, sondern auch deren Herrchen. Bei drei Hunden hat es heuer nicht geklappt. Aska war also nicht die Einzige - nur ein geringer Trost. Zwar könnten es die zwei bei einer anderen Kreisgruppe nochmals versuchen. Aber: "Wir probieren es im nächsten Jahr noch einmal." Aska ist ja noch so jung.
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