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21. März 2010 19:25 Uhr

Bobingen

Jugendarbeit bedeutet helfen und vorbeugen

Die Schützlinge der Jugendarbeit in Bobingen werden immer jünger. Die Schauplätze ihres Freizeitlebens wechseln. Und zu den bekannten Problemstellungen kommt stärker eine neue hinzu: Schulden - zum Beispiel durch falsche Handynutzung. Von Pitt Schurian

Jugendarbeit bedeutet helfen und vorbeugen
Foto: ALFA

Bobingen. Die Schützlinge der Jugendarbeit in Bobingen werden immer jünger. Die Schauplätze ihres Freizeitlebens wechseln. Und zu den bekannten Problemstellungen kommt stärker eine neue hinzu: Schulden - zum Beispiel durch falsche Handynutzung. Bei solchen und in anderen Fällen stehen die Mitarbeiter des Kreisjugendrings (KJR) in Bobingen Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen zur Seite. Dem Jugend- und Sozialausschuss des Stadtrates lieferten sie nun wieder einen Jahresbericht ab.

Der Kreisjugendring ist Träger der Jugendarbeit im Auftrag der Stadt Bobingen. Streetworker Markus Högg sowie Sandra Thiergärtner und Eva Kern im Jugendzentrum haben dadurch mehrere Aufgaben. Sie sollen der sonst nicht organisierten oder gebundenen Jugend Möglichkeiten aufzeigen, die Freizeit zu verbringen. Bei Konflikten oder Nöten sollen sie helfen und gegen neue Probleme sollen sie vorbeugen.

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Dazu zeigen sie viel Präsenz, bieten sich als Gesprächspartner an und suchen selbst Gespräche - auf der Straße und im Jugendzentrum. Hinzu kommen viele Freizeitangebote: spielerische Turniere, gemeinsames Grillen, Filmabende, Konzerte, Workshops und Kurse, Fußball- und Basketball-Turniere.

Schützlinge zwischen zwölf und 25 Jahren

Das Jugendzentrum versucht zudem verstärkt Mädchen anzusprechen. Denn sie sind deutlich in der Unterzahl. Sortiert nach Nationen bilden deutsche und ausländische Schützlinge jeweils die Hälfte der Kinder und Jugendlichen, welche die Angebote der Jugendarbeiter annehmen.

Vor allem ganz Junge kommen gleich nach der Schule ins Jugendzentrum. Insgesamt sind es am Tag im statistischen Durchschnitt etwa 27 im Alter zwischen 12 bis 22. Bei Partys oder Filmabenden sind schon mal 30 bis 70 Besucher da. Spitzenwerte reichten bis 120, berichtet Sandra Thiergärtner.

Andere Jugendliche sprechen im Umfeld der Schule mit Streetworker Markus Högg über Sorgen. Er hilft bei Stellensuche, auch mal bei Rechtsproblemen oder einer Quartiersuche, wenn daheim keine Türe offen steht. Auf 130 bis 150 schätzt Markus Högg die Zahl seiner Schützlinge. Mindestens einmal in der Woche trifft er sich mit 40 bis 50. Besonders häufig mit 15- bis 25-Jährigen.

Genau nachgefragt haben die Stadträte im Ausschuss nach Zahl und Problemen der Kinder. Dabei wurde ein zusätzliches Phänomen deutlich: Zahlen und Themenstellungen lassen sich nur schwer fassen. Was heute gilt, kann in wenigen Monaten anders sein. So nutzten vor einem Jahr die neunten Klassen der Hauptschule in großer Zahl die Angebote des Jugendzentrums. Ab Schuljahresende waren sie weg, die Besucher wurden weniger. Inzwischen kommen andere hinzu.

Oder Beispiel Siedlung: Da gab es große Aufgaben und zunächst auch Nachfrage, ein Raum wurde eigens eingerichtet. Momentan sei in der Siedlung keine Jugend mehr auf der Straße sichtbar, leider auch nicht im Jugendraum, berichten die Sozialarbeiter. Sie wollen die Lage weiter beobachten. Von Pitt Schurian

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