Donnerstag, 14. Dezember 2017

21. Oktober 2017 07:30 Uhr

Königsbrunn

Königsbrunner fertigen Rechner nach Maß

Das Unternehmen Tuxedo erstellt Computer, die mit zwei Betriebssystemen laufen. Welche Vorteile das hat und warum die Firma damit in Deutschland einmalig ist.

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Firmengründer Herbert Feiler (rechts) und Vinzenz Vietzke im Lager von Tuxedo. In Königsbrunn fertigen sie Computer nach Kundenwünschen an.
Foto: Anja Ringel

Computer waren schon immer Herbert Feilers Leidenschaft. Vor 13 Jahren beschäftigte er sich in seiner Heimat Bayreuth noch hobbymäßig mit dem Betriebssystem Linux. Auf seiner Website berichtete er über seine Erfahrungen damit. Dann gründete er einen Onlineshop für Linux und verkaufte Werbeartikel wie zum Beispiel Aufkleber. Inzwischen fertigt er mit seiner Firma Tuxedo eigene Computer und Laptops in Königsbrunn an. „Unsere Kunden haben gesagt, dass wir uns doch mit Linux auskennen und deshalb auch PC anbieten sollen“, erinnert sich Feiler.

Das Besondere an den Computern von Tuxedo ist laut Pressesprecher Vinzenz Vietzke, dass auf den PC sowohl das Linux- als auch das Windows-Betriebssystem verwendet werden kann. In Deutschland gebe es dafür keine weiteren Anbieter, weltweit seien es nur ein paar wenige – zum Beispiel in den USA, Großbritannien und Spanien. „Die Computer sind für Kunden, die Linux nutzen möchten, aber auch Programme benötigen, die nur mit Windows funktionieren“, sagt Vietzke. Ein Beispiel dafür sei Photoshop. Der Vorteil eines Linux-Betriebssystems sei die Unabhängigkeit gegenüber der Hersteller. „Es gibt eine Quelloffenheit; das heißt, jeder kann den Programmcode einsehen“, erklärt der Pressesprecher. Es sei dadurch schwerer, eine Schadsoftware oder Überwachungsprogramme einzubauen, da die Kontrolle durch die Nutzer höher ist.

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Die Zahl der Mitarbeiter wächst kräftig

Immer mehr Kunden möchten deshalb laut Vietzke ein Gerät mit Linux-Betriebssystem haben. Im vergangenen Jahr hat Tuxedo Notebooks im fünfstelligen Bereich ausgeliefert. Und das Unternehmen wächst weiter: Zurzeit arbeiten 15 Mitarbeiter in Königsbrunn. Feiler sagt, dass er im Moment fast alle zwei Monate zwei bis drei neue Mitarbeiter einstellt. „Wir bekommen langsam Platzprobleme und lagern deshalb gerade das Archiv aus.“

Am Standort in Königsbrunn werden nicht nur die Bestellungen entgegengenommen, es wird auch an neuen Entwicklungen gearbeitet. Tuxedo testet momentan eine Tastatur, die in verschiedenen Farben leuchtet, sagt Vietzke. Die Mitarbeiter überprüfen aber auch die Software und schauen, welche Komponenten zusammenpassen.

Der Pressesprecher erklärt, dass sich die Nutzer ihr Gerät individuell zusammenstellen können. So erklärt sich auch der Firmenname: „Tuxedo kommt aus dem Englischen und bedeutet Maßanzug.“ Die Kunden können Größe, Farbe, Arbeitsspeicher und andere Komponenten selbst aussuchen. Diese Computer werden dann in Königsbrunn nach den Kundenwünschen zusammengebaut.

Die Laptops werden in Sachsen fertiggestellt

Lediglich die Fertigstellung der Laptops erfolgt in Leipzig. Geschäftsführer Feiler erklärt, dass sich sein Unternehmen 2013 mit der Computerfirma Tronic5 zusammenschloss, um die Produktionsprozesse zu verknüpfen. Nachdem Tronic5 seine Standorte in Königsbrunn und Leipzig hatte, zog Feiler mit seiner Firma ebenfalls nach Königsbrunn. Vietzke erklärt, dass durch den Zusammenschluss auch die Preise gesenkt werden konnten, da nun vieles automatischer ablaufe. Das Betriebssystem könne zum Beispiel ab Werk auf die PC gespielt werden. Die Geräte von Tuxedo gibt es laut Vietzke zu den marktüblichen Preisen, da die Komponenten für alle Hersteller gleich teuer sind. Einen Laptop mit acht Gigabyte Standardspeicher gebe es bereits ab 849 Euro.

„Unser Ziel ist es, unsere Produkte stetig zu verbessern“, erklärt Feiler. Softwaretechnisch arbeite das Unternehmen an einer Komplettlösung, um Linux als vollwertiges System zu etablieren, sodass das Windows-Betriebssystem nicht mehr benötigt wird. Tuxdeo hat deshalb beispielsweise eine eigene Cloud, also eine Web-Anwendung für Speicherplatz.

Die Kunden bringen Verbesserungsvorschläge

Das Unternehmen berücksichtigt außerdem das Feedback seiner Kunden. „Sie wissen, was sie möchten, haben viele Ideen und sind auch bereit, diese mitzuteilen“, sagt Feiler. Immer wieder komme zum Beispiel der Wunsch nach einem Trackpoint, einem kleinen Steuerungspunkt in der Mitte der Tastatur. Viele Nutzer wollen zudem ein vorinstalliertes Zeichenprogramm auf ihrem Gerät. Die ganzen Anregungen entgegenzunehmen sei manchmal anstrengend und koste Zeit, mache aber auch viel Spaß, erklären die beiden Männer.

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Ein Artikel von
Anja Ringel

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Ressort: Volontärin

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