Sonntag, 17. Dezember 2017

28. August 2013 00:38 Uhr

Geschichte

Lechfeldschlacht soll Werbung für die Region sein

Reinhold Lenski mahnt, das überregional wichtige Thema besser zu nutzen

i

Königsbrunn/Bobingen In die Diskussion über die Lechfeldschlacht und ihre Präsentation in der Region meldet sich jetzt auch der frühere Bobinger Kulturamtsleiter Reinhold Lenski zu Wort. Er vermisst eines in der aktuellen Diskussion über Ort und Verlauf der Schlacht, in der Anfang August 955 eine Koalition unter König Otto I. ein ungarisches Reiterheer schlug und damit die lange Reihe der räuberischen Streifzüge endgültig beendete: Die Bedeutung dieses Ereignisses, das in einer ZDF-Sendung schon zur „Geburtsstunde der Deutschen“ stilisiert wurde, als Trumpf in der Werbung für die Region.

In den vergangenen Wochen war in unserer Zeitung durch Beiträge im Feuilleton des Lokalteils Augsburg und durch den Kommentar „Die Schlacht um die Lechfeldschlacht“ von Jürgen Marks auf der Seite „Region Augsburg“ das Thema erneut in die Öffentlichkeit gerückt (wir berichteten).

ANZEIGE

Kreisheimatpfleger Prof. Walter Pötzl sieht die entscheidende Phase der Schlacht westlich von Augsburg und führt dies zum einen gegen den gängigen Namen „Schlacht auf dem Lechfeld“, zum andern gegen die Arbeit des Augsburgers Martin Sauter an. Der pensionierte Kriminalbeamte und Experte für Dioramen zu historischen Schlachten hat drei Darstellungen zu wichtigen Phasen des Waffengangs erarbeitet und legt den Höhepunkt der Schlacht auf die Ebene beim Lech.

In Pötzls Deutung der historischen Quellen klingt immer auch etwas Kritik am Konzept der Königsbrunner Dioramen-Präsentation mit. Die hingegen verteidigt energisch deren Schöpfer Martin Sauter. Er hat viele Tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit in Recherche, Entwürfe und Gestaltung der Zinnfiguren und den Bau der Dioramen gesteckt und ist der Debatten leid.

Das große Diorama der Schlacht ist in multimedialer Präsentation im Foyer des Königsbrunner Rathauses zu sehen, ein zweites über die Belagerung von Augsburg ruht in einem Lager, das dritte über den Angriff auf die Nachhut des Heeres von König Otto ist vorbereitet. Doch bis geklärt ist, wo es aufgestellt werden kann, lässt Martin Sauter die Arbeiten ruhen. Lenski, der in München unter anderem Geschichte für das Lehramt an Realschulen studiert hat, nimmt als Historiker „mit Verwunderung zur Kenntnis, dass die Wellen um den Standort und den Sinngehalt der Lechfeldschlacht immer wieder in Berichten, Kommentaren und Leserbriefen über den Topfrand schwappen“. Er selbst hat eine recht klare Vorstellung von den Kämpfen im August 955, doch er räumt ein, dass „aufgrund der schmalen Überlieferung, dem großen zeitlichen Abstand und mangelnden archäologischen Beweisen (bis dato) ein umfassender, exakt wissenschaftlicher, endlicher Erkenntnisstand noch nicht vorliegt“.

Doch die Region dürfe sich nicht in Streitgespräche darüber zerstreiten. „Wir müssen miteinander die einmalige Chance für die Präsentation eines Ereignisses ergreifen, das den Beginn der deutschen Geschichte bedeutet.“

In jedem schulischen Lehrplan, so betont Lenski, sei dieses Ereignis enthalten, mit dem Ungarn-Thema ist sogar eine europäische Dimension damit verbunden. Das müsse die Region nützen, mahnt Lenski. „Ich möchte mir nicht vorstellen, was inzwischen schon realisiert worden wäre, wenn die „Schlacht bei Augsburg“ in Regensburg, Nürnberg, Würzburg oder München stattgefunden hätte.“

Sein guter Rat: „Animositäten beenden und Politik und Wirtschaft an die Verantwortung erinnern, einen Baustein für die regionale Entwicklung nicht zu ignorieren.“ Dies gelte auch für die Bayerische Staatsregierung. (hsd)

i

Ihr Wetter in Schwabmünchen
17.12.1717.12.1718.12.1719.12.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Schneeschauer
	                                            Wetter
	                                            Schneefall
                                                Wetter
                                                Schneeregen
Unwetter-3 C | 0 C
-2 C | 0 C
0 C | 1 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Alle Infos zum Messenger-Dienst

Bauen + Wohnen

Beilage: Ferien Journal

Unternehmen aus der Region

Partnersuche