Königsbrunn Eine thailändisch geprägte buddhistische Gemeinschaft wird das Via-Claudia-Sportzentrum im Gewerbegebiet Süd übernehmen und dort unter dem Namen "Wat Buddha" einen buddhistischen Tempel mit Begegnungs- und Meditationszentrum einrichten. Spätestens bis Ende des Jahres soll das derzeit in Augsburg-Göggingen beheimatete Wat-Buddha-Zentrum nach Königsbrunn umziehen.

Den Verkauf bestätigte der bisherige Via-Claudia-Inhaber Johann Wiedenmann jetzt gegenüber unserer Zeitung. Am heutigen Dienstag wird eine entsprechende Anfrage auf Nutzungsänderung im Bauausschuss des Stadtrates (öffentliche Sitzung ab 18 Uhr) beraten.
Die Anfrage bei der Stadt ging von dem in London und Köln zugelassenen Rechtsanwalt Gunter Zimmer ein, der die "Dhammakaya International Society of the United Kingdom Ltd." vertritt. Die in England ansässige GmbH besitzt in England, Belgien, Dänemark, Norwegen und Deutschland Liegenschaften, in denen dann jeweils örtliche Vereine unter dem Namen "Wat Buddha" Tempel sowie Meditations- und Begegnungszentren betreiben.
In einer Pressemitteilung erklärt Phra Wairot Treenet, Leitender Mönch der Dhammakaya International Society: "Wir werden Kurse in buddhistischer Ethik und Meditation für alle Einwohner in Königsbrunn, Augsburg und darüber hinaus in Deutschland anbieten."
Kostensteigerungen bremsten das Sportzentrum aus
Im Sportzentrum, so betont Zimmer, soll kein Kloster, sondern ein Begegnungszentrum entstehen, das allen Interessierten offen stehe. Wohnen würden dort nur Leute, die für die Verwaltung des Zentrums zuständig seien sowie "ein oder zwei Mönche als religiöse Leiter".
Zum Sportzentrum gehören zwei Wohnungen sowie Mietverträge für den Tennisbetrieb und eine Cocktailbar. "Der Übergang soll für die jetzigen Mieter möglichst unproblematisch verlaufen", betont Zimmer, aber bis Ende des Jahres wollen die neuen Eigentümer einziehen.
Der bisherige Besitzer Johann Wiedenmann hat in seinen Mietverträgen im Falle eines Verkaufs ein Kündigungsrecht durch den Käufer festgehalten. Seit zwei Jahren, so berichtet er, suche er einen Interessenten für das Sportzentrum, das er 1997 aus einer Konkursmasse ersteigert habe.
Der Architekt im Ruhestand sagte unserer Zeitung, er hätte das Tenniszentrum gerne noch weitergeführt - nicht zuletzt, weil er selbst gerne spielt - aber die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre seien nicht mehr zu erwirtschaften.
Um 30 Prozent seien seine Ausgaben für Energie gestiegen, zudem müsse er als privat geführtes Sportzentrum seit drei Jahren die volle Mehrwertsteuer abführen. "Ich habe nie verstanden, dass Menschen, die auf eigene Kosten ihren Körper trainieren, bestraft werden", so Wiedenmann, "der Staat hat das Sportzentrum durch überhöhte Forderungen abgewürgt."
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