Auf das von ihm erhoffte "norddeutsche Kaufmannswort" musste Kreisrat Bernd Schmeink (SPD) verzichten - und das lag nicht nur daran, dass Dr. Thomas Krauthauf, Werkleiter der Papierfabrik Lang, Österreicher ist. "Ich kann derzeit keine weiteren Zusagen machen", sagte der Unternehmensvertreter im Kreisausschuss Unterallgäu.

Von Lisa Welzhofer
Unterallgäu/Ettringen - Auf das von ihm erhoffte "norddeutsche Kaufmannswort" musste Kreisrat Bernd Schmeink (SPD) verzichten - und das lag nicht nur daran, dass Dr. Thomas Krauthauf, Werkleiter der Papierfabrik Lang, Österreicher ist. "Ich kann derzeit keine weiteren Zusagen machen", sagte der Unternehmensvertreter im Kreisausschuss Unterallgäu, der sich jetzt in einer zweistündigen Anhörung mit dem geplanten Heizkraftwerk der Ettringer Firma auseinandersetzte - obwohl das Gremium im Genehmigungsverfahren keinerlei Mitspracherecht hat. Zuvor hatte Schmeink - ebenso wie CSU-Mann Klaus Holetschek - Krauthauf aufgefordert, die Anlage an den niedrigeren Grenzwerten einer neuen Bundesimmissionsschutzverordnung (37. BImSchV) auszurichten, die derzeit in Arbeit ist. Krauthauf wollte sich aber auf keine weiteren Zugeständnisse, die über die kürzlich gemachten hinausgehen (wir berichteten), festlegen lassen. Er versprach allerdings: "Wir werden ernsthaft prüfen, was noch machbar ist."
Auf Antrag Schmeinks sowie der Grünen in Zusammenarbeit mit ÖDP und Bürger für Umwelt bekamen im Kreisausschuss sowohl die Firmenvertreter als auch Dr. Hermann Fischer, als Sprecher der Bürgerinitiativen, die Gelegenheit, ihre jeweiligen Positionen darzulegen. Dabei hielt sich der Anteil an neuen Informationen und Argumente in Grenzen.
Werkleiter Krauthauf machte erneut deutlich, dass der Produktionsstandort Ettringen das Kraftwerk dringend brauche, um konkurrenzfähig zu bleiben. Derzeit sei der Anteil an eigenproduzierter Energie zu niedrig, um die Preise halten zu können. Fischer hingegen wies auf die seiner Meinung nach gemachten Fehler in den Gutachten des Genehmigungsverfahrens hin. So seien bei den Berechnungen etwa die Windverhältnisse aus dem Raum Landsberg zugrunde gelegt worden und nicht die tatsächlichen im Raum Ettringen.
Robert Sturm (CSU) wiederum, Kreisrat und Bürgermeister in Ettringen, verdeutlichte, dass durch die Zugeständnisse Langs die Position seines Gemeinderates "zu 90 Prozent erfüllt" sei. Er hofft nun auf die Mithilfe des Kreises, wenn es darum geht, den Schwerlastverkehr zur Fabrik aus dem Ort heraus zu halten. Auf Nachfrage von Franz Pschierers (CSU) ebenso wie von Doris Kienle (Grüne) erläuterte Krauthauf, dass man an einem Managementsystem für die Qualitätskontrolle der sogenannten Ersatzbrennstoffe (EBS) noch arbeite.
Schon klar sei allerdings, dass das Werk in den ersten zehn Jahren EBS aus einem Umkreis von 450 Kilometern beziehen könnte. Und diese Sicherheit sei notwendig, um Financiers für das Heizkraftwerk zu gewinnen. Vor allem die Grünen-Politikerin wies darauf hin, dass ihr die Qualität des EBS Sorge bereitet.
Laut Landrat Hans-Joachim Weirather werde sein Amt nun die Einsprüche auswerten, die bis Fristende im Landratsamt eingingen. Über 1000 kamen zusammen. Sie werden frühestens Mitte April erörtert.
Sofort zur Abstimmung stand eine Resolution der Grünen. Darin wurde unter anderem gefordert, auf die Verbrennung von Klärschlamm und EBS ganz zu verzichten. Hans Mayer (CSU) beantragte, diese Resolution abzulehnen. Und das taten die Ausschussmitglieder dann auch mit nur einer Gegenstimme.
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