Am Gymnasium ist die „Presidentielle“ in Frankreich ein Thema für den Unterricht - mit eigener Abstimmung



Bedeutungsvoll blicken Nicolas Sarkozy, Francois Hollande und die anderen Kandidaten der französischen Präsidentschaftswahlen seit einigen Tagen in der Pausenhalle des Gymnasiums Königsbrunn auf die Schüler. Der aktuelle Wahlkampf im Nachbarland ist für einige der gut 1400 Gymnasiasten derzeit auch Unterrichtsthema.
In der Klasse 10c hat Oberstudienrätin Margarete Schwegler-Nebel die politische Richtungsentscheidung in Frankreich aufgegriffen. Dabei lernten die Schüler nicht nur einiges über die Wahlprogramme, sondern auch über die Besonderheiten einer Wahl im Nachbarland.
Dafür hatte Madeleine Weber aus Ribeauvillé im Elsass, die jahrelang den Schüleraustausch zwischen ihrem Collège und dem Gymnasium betreut hatte, originale Wahlunterlagen nach Königsbrunn geschickt. So erfuhren die Schüler, dass vor der Wahl jeder französische Haushalt einen dicken Umschlag erhält, in dem neben den Wahlunterlagen auch ein „profession de foi“ (Glaubensbekenntnis) jedes Kandidaten steckt.
Die Zehntklässler bereiteten in den vergangenen Tagen sogar eine Abstimmung zwischen Sarkozy und Hollande vor, so wie sie Millionen von Franzosen am kommenden Sonntag vor sich haben. Eine ziemlich aufwendige Angelegenheit. Denn in Frankreich machen die Wähler kein Kreuz auf einem Stimmzettel, sie legen stattdessen eines der vorbereiteten Kärtchen mit dem Namen ihres Kandidaten in den Wahlumschlag.
Und wie ging die Präsidentenwahl in Königsbrunn aus? Von 131 Schülern stimmten 72 für den Amtsinhaber („le président en fonction“) Sarkozy, nur 40 erhielt sein Gegenkandidat („son adversaire“) Hollande. Ob das ein Signal für den kommenden Sonntag ist? (hsd)
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