Sonntag, 21. Januar 2018

06. September 2016 08:55 Uhr

Mickhausen

Mini-Ponys und Brauereipferde am Start

Mehr als 50 Gespanne nehmen in Mickhausen auf der Herrgottsruh teil. Es ist ein Wettlauf gegen die Stoppuhr. Von Walter Kleber

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Zu einem Wettlauf nicht nur gegen die Stoppuhr, sondern auch gegen die angekündigte Regenfront geriet am Sonntag das traditionelle Kutschenturnier auf der Herrgottsruh hoch über der Staudengemeinde Mickhausen. Doch allen Wetterprognosen zum Trotz: Auch die Veranstaltung im überhaupt nicht „verflixten“ siebten Jahr ging bei idealen äußeren Bedingungen über die Bühne. Die traumhafte Naturarena zu Füßen der Herrgottsruhkapelle, angenehme spätsommerliche Temperaturen und ein erfrischendes Lüftchen lockten ein weiteres Mal zahlreiche Zuschauer unter die Schatten spendenden alten Linden und auf die Tribünen rund um den ehemaligen Schulsportplatz.

Neuer Rekord beim Teilnehmerfeld

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Einen neuen Rekord verzeichnete das Teilnehmerfeld: nicht weniger als 51 Kutschen und Gespanne nahmen in vier Wertungsklassen den Parcours unter Hufe und Räder. Dicht gedrängt standen hunderte von Zuschauern rings um die Arena und verfolgten die packenden Fahrten. Veranstaltet vom Förderverein der Kapelle, hatten dessen Vorsitzende Margit Vogel und Turnierorganisator Harry Forster mit einem großen Stab ehrenamtlicher Helfer im Rücken wieder eine Großveranstaltung auf die Beine gestellt, die so recht nach dem Geschmack der Freunde des Pferde- und Fahrsports war.

Vom putzigen Mini-Shetland-Pony über blondmähnige Haflinger bis zu den schwergewichtigen Brabanter Kaltblütern – die Freunde rassiger und imposanter Vierbeiner kamen ein weiteres Mal voll auf ihre Kosten. Mit dabei waren sogar Pferdegespanne mit langjähriger Oktoberfest-Erfahrung: zwei Rappen aus dem legendären Allgäuer Zehnerzug der Familie Maurus und zwei stämmige belgische Kaltblüter, die kürzlich bei Dreharbeiten für einen opulenten ZDF-Historien-Zweiteiler am Bodensee mitwirkten. Fesche Kutscherinnen und Kutscher auf dem Bock, in der Sonne blitzendes Zaumzeug und schmuck heraus geputzte Kutschen aller Stilrichtungen und Größen sorgten für ein buntes, abwechslungsreiches Bild in der Wettkampfarena hoch über dem Schmuttertal.

Anspruchsvoller Parcours mit 18 Hindernissen 

Die Zuschauer gingen begeistert mit, feuerten die Akteure im Pilonen-Parcours lautstark an und sparten nach jeder Fahrt nicht mit Beifall. Franz Schörgendorfer hatte den anspruchsvollen Parcours mit insgesamt 18 Hindernissen aufgebaut. An die Pferde und ihre Kutscher stellten vor allem die Holzbrücke und einige enge Kurven höchste Anforderungen. Neu im Programm – und spannend für die Zuschauer – waren heuer drei knifflige Durchfahrten durch schmale „Tore“ aus Strohballen.

Für jedes Gespann wurde der Abstand zwischen den roten Plastikhütchen entsprechend der Spurbreite der antretenden Kutsche neu und individuell eingestellt. Die unermüdlichen Parcourshelfer mit ihren Maßbändern hatten den ganzen Nachmittag über gut zu tun. Verpasste ein Gespann ein Hindernis oder ging der auf der Spitze der Pilonen aufgesetzte gelbe Ball zu Boden, gab es für jeden Fehler fünf Strafsekunden, die zur erzielten Zeit addiert wurden.

Die Wertung von Turnierrichter Josef Schrallhammer (Buttenwiesen) erstreckte sich auf vier Klassen: Großpferde und Ponys – jeweils ein- und zweispännig gefahren. Wegen des großen Teilnehmerfeldes wurde auf das sonst übliche Stechen der Besten jeder Klasse verzichtet. Ponykutscher Uli Schmid aus Oberneufnach hatte für die schnellste Fahrt des Tages einen Wanderpokal gestiftet, den sich Julia Forster mit der Tagesbestzeit von einer Minute und 54 Sekunden ergatterte. Im Rahmenprogramm zeigten zwei Trialfahrer des Motorsport-Clubs (MC) Augsburg Fahrtechniken und Balance-Kunststücke auf zwei Rädern.

Großaufgebot an ehrenamtlichen Helfern

Mit einem Großaufgebot an ehrenamtlichen Helfern war der Förderverein der Herrgottsruhkapelle den ganzen Turniertag über bei der Verpflegung der Zuschauer im Einsatz. Den Ansturm auf die Parkplätze regelte die örtliche Feuerwehr. Der komplette Reinerlös des Kutschenturniers fließt in den Unterhalt der Herrgottsruh-Kapelle.

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