Landrat Dr. Karl Vogele macht das Ausmaß des geplanten Heizkraftwerks der Papierfabrik Lang in Ettringen (Landkreis Unterallgäu) stutzig. Auf Anfrage unserer Zeitung sagte er am Donnerstag: "Das Mengenkorsett scheint mir nicht gerechtfertigt, die Größenordnung ist meines Erachtens überzogen."
Insbesondere die 131 000 Tonnen Fremdstoffe erzeugen bei ihm Widerspruch. Würde auf diese verzichtet, verringere sich auch die Verkehrsbelastung deutlich. Vertreter der Firma Lang kontern, dass im ungünstigsten Fall zusätzliche sechs Lkw-Ladungen pro Tag anfallen würden. Auch die Gemeinde Ettringen ist mit der Menge der Brennstoffe nicht einverstanden, wie zu erfahren war.
Im geplanten Heizkraftwerk der Ettringer Papierfabrik - Gegner sprechen von der zweitgrößten Müllverbrennungsanlage in Bayern - sollen bis zu 440 000 Tonnen feste Restbrennstoffe pro Jahr verbrannt werden.
Zum Vergleich: Im Jahr 2005 wurden im Müllheizkraftwerk der Abfallverwertungsanlage Augsburg (AVA) insgesamt 200 365 Tonnen Restmüll und Abfälle verbrannt, also weniger als die Hälfte. Damit waren alle drei Öfen ganzjährig voll ausgelastet, teilte die AVA auf Anfrage unserer Zeitung mit.
Die AVA verwertet für die Stadt Augsburg und die beiden Landkreise Augsburg sowie Aichach-Friedberg Hausmüll.
Auf einer Informationsveranstaltung in Siebnach mit rund 300 Besuchern wurden ebenfalls kritische Töne laut.
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