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24. Juni 2008 19:35 Uhr

"Nagelpflege" für vierbeinige Landschaftspfleger

Seit einem Jahr weiden im Stadtwald Augsburg nahe der Königsbrunner Heide drei Przewalski-Wildpferde und - leider äußerst selten zu sehen - Rotwild im Dienste der Landschaftspflege. Die ersten Effekte der Beweidung auf die lichten Kiefernwälder im Projektgebiet stimmen zuversichtlich.

"Nagelpflege" für vierbeinige Landschaftspfleger
Foto: ALFA

In beiden Gehegen zeigen sich Anzeichen dafür, dass die Tiere Grasfilz und Strauchschicht auflichten und so eine natürliche Verjüngung des Kiefernwalds ermöglichen.

Auch der Augsburger Zoo ist in das Beweidungsprojekt eingebunden. Bei einem der regelmäßigen Ortstermine zeigte sich Zoodirektorin Dr. Barbara Jantschke mit der Entwicklung zufrieden: "Die Tiere stehen gut im Futter. Bedenken, dass sie nicht ausreichend Nahrung finden, sind unbegründet."

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Wichtig ist laut Dr. Jantschke auch, dass die Tiere nicht von den Besuchern gefüttert werden, da sonst ihre Gesundheit gefährdet ist. Im Stadtwald kann das natürliche Verhalten von Przewalskipferden und Rothirschen beobachtet werden. Die Zoodirektorin appelliert daher gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband an das Verantwortungsbewusstsein der Besucher, die Tiere nicht dazu zu erziehen, am Zaun um Futter zu betteln.

Um die tiermedizinische Betreuung der Tiere kümmert sich Tierärztin Dr. Christine Lendl von der Tierklinik Gessertshausen. Bei ihrem Besuch richtet sie ihr besonderes Augenmerk auf die Hufe der Wildpferde, die über den Winter recht lang geworden waren. "Wir haben schon darüber diskutiert, die Hufe vom Hufschmied in Form schneiden zu lassen", sagt Dr. Lendl, "falls sie sich nicht auf natürliche Weise verkürzen." Um die natürliche Abnutzung der Hufe zu unterstützen, wurde Ende Februar um die Wasserstelle etwa 300 Quadratmeter Juraschotter aufgebracht - in den letzten Wochen sind denn auch größere Hufstücke abgebrochen, wie es in freier Wildbahn üblich ist. Auch die Kampfspiele der jungen Hengste fördern den natürlichen Hufabbruch.

"Die Hufe von Wild- und Hauspferden sind zwar ähnlich aufgebaut, benötigen aber eine unterschiedliche Pflege", erklärt Dr. Lendl, "bei Przewalskipferden ist es üblich, dass zwischen Mai und August große Stücke des Horns abbrechen und der Huf auf diese Weise wieder in Form gebracht wird. Es ist schön, dass die natürliche Hufpflege auch hier funktioniert." So bleibt den drei Hengsten ein Hufschnitt unter Narkose erspart.

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